Das Engagement der ÖEG für die Energiewende nimmt an Fahrt auf

Liebe Mitglieder, liebe Genoss*Innen,

nun haben Sie schon länger von uns nichts gehört. Inzwischen hatten wir am 11. September unsere mittlerweile 12. Generalversammlung, einige Wechsel samt Verstärkung in Vorstand und Aufsichtsrat und die Koalitionsbildung in Berlin mit zumindest auf dem Papier hoffnungsvollen Aussichten. Und dann haben wir als ÖEG im neuen Jahr auch einige neue Projekte vor uns.

Doch der Reihe nach:

Zuerst einige Stichworte aus der letzten Generalversammlung: Für Ihre Steuererklärung möchten Sie bald im neuen Jahr wissen, ob eine Dividende ausgeschüttet wurde. Dies war wie im Vorjahr trotz einer bescheidenen schwarzen Zahl von 7.622 € für 2020 (Vorjahr 5.955 €) nicht der Fall. Angesichts des steigenden Arbeitsanfalls sollte der Gewinn vor allem dem Bereich Löhne und Gehälter zugutekommen. Aus dem Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Hell: „Der Vorstand arbeitet seit Gründung der Genossenschaft ehrenamtlich. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit wäre unsere Genossenschaft wirtschaftlich nicht zu führen. Dies gilt bis zum heutigen Tag. und ist insofern bemerkenswert, als der Arbeitsaufwand auf Grund der schwierigen Rahmenbedingungen im politischen, wie im kirchlichen Raum stark gestiegen ist. Das Ehrenamt hat somit einen noch höheren Stellenwert als in der Gründungsphase“.
In der Generalversammlung wurden Manfred Kauffmann und Nico Reid herzlich verabschiedet. Beide Kollegen haben die Arbeit der Genossenschaft in den letzten vier Jahren gestaltet und geprägt: Manfred Kaufmann in dem nicht einfachen Gebiet der Finanzen und Nico Reid im Bereich der Arbeitsorganisation, Personal und der Entscheidungsabläufe. Beiden gebührt für ihre Arbeit und ihr Engagement unser großer Dank.

Wir freuen uns über ein neues Mitglied im Aufsichtsrat: Dr. Ludger Eltrop, studierter Biologe und Leiter der Abteilung „Systemanalyse und erneuerbare Energien- SEE“ der Universität Stuttgart ist nicht nur fachlich hoch qualifiziert, sondern auch aktives Mitglied in der katholischen Kirche und stärkt so unsere ökumenische Ausrichtung. Sein Engagement in der Regionalversammlung in der Partei „Bündnis 90. Die Grünen“ macht deutlich, dass er in den Themenbereichen Klima und Energieerzeugung auch über politische Erfahrung verfügt. Angesichts der Tatsache, dass die ÖEG mehr und mehr überaltert, werden wir mit Ludger Eltrop zusammen im kommenden Jahr verstärkt Studierende, auch aus Ländern des Südens ansprechen und eventuell auch ein (Selbstbau-) Projekt auf dem Vaihinger Uni-Campus realisieren. In diesem Zusammenhang hat sich die ÖEG auch vorgenommen neue, vor allem jüngere Mitglieder, zu gewinnen und diese auch zu einer Mitarbeit in Aufsichtsrat und Vorstand zu motivieren. Ein großer Wunsch ist auch, sich von der reinen Männerriege in den Gremien zu verabschieden.

Geklappt hat die Verjüngung im Vorstand: Der Aufsichtsrat hat Sebastian Edel, bisher technische Assistenz des Vorstands zum geschäftsführenden Vorstand berufen. Erstmals ist damit ein ÖEG Mitglied zugleich auch angestellt. Darüber hinaus konnten für den Finanzbereich Dr. Daniel Kälberer und für Personal, Organisation und Mitgliederbetreuung Armin Roether gewonnen werden. Letzterer ist schon Gründungsmitglied gewesen. Damit setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen:
+ Sebastian Edel, geschäftsführender Vorstand, Ingenieur im Bereich Energietechnik,
+Reiner Glock, Technik-Vorstand, Bauingenieur, Biodegma, Ludwigsburg, methodistische Kirche,
+ Dr. Daniel Kälberer, Finanzvorstand, Betriebswirtschaftler und Steuerrechtler. Er hat in Hohenheim promoviert über die steuerliche Förderung der Energieeffizienz in Deutschland und verbindet von daher bereichernd für uns als ÖEG die Themen Finanzen und Nachhaltigkeit
+ Jobst Kraus, allgemeine Geschäftspolitik, Kommunikation, ehemaliger Studienleiter für Umweltpolitik und nachhaltige Entwicklung an der Ev. Akademie Bad Boll, und
+ Armin Roether, Mitgliederverwaltung, Organisation, arbeitet seit vielen Jahren als vielseitig interessierter und kundiger Archivar an der Ev. Akademie Bad Boll und ist seit 2009 Mitglied in der ÖEG

Auch für unser ÖEG-Büro gibt es wieder eine Ansprechperson: Bettina Ober, Mitarbeiterin in der Akademie im Bereich Bibliothek. Sie ist in der Regel montags von 13:30 bis 15:30 unter 07164 – 79216 oder per mail unter info@oeeg.de; erreichbar.

Jetzt haben wir Sie neugierig gemacht, auf die dazugehörigen Gesichter. In Pandemie-Zeiten ist es schwierig Fotos zu machen. Dies hoffen wir im Frühjahr 2022 nachholen zu können.

Jedenfalls sind Aufsichtsrat und Vorstand der ÖEG sehr froh, so viele engagierte Menschen im Team zu haben. Herzlichen Dank an Alle!

Dies wird 2022 auch notwendig sein. Denn viele neue – oder schon länger beackerte Projekte warten auf Realisierung:weitere Solaranlagen auf Kindergärten in Mannheim,
+ zwei evangelische Schulen mit größeren PV-Anlagen,
+ Verwaltungsgebäude in Stuttgart,
+ ein Gemeindehaus in Göppingen,
+ Altenpflegeeinrichtungen mit hoher Eigenverbrauchsquote.
Diese Projekte sind mit Investitionen von etwa 500.000 € verbunden. Wenn sich dies so einstellt, wie wir es auf unserem „Wunschzettel“ stehen haben, dann ist es die höchste jährliche Investitionssumme in der bisherigen ÖEG – Geschichte.

Die globalen und nationalen Herausforderungen sind riesig und das Ziel bis 2030 die Erneuerbaren auf 80 % anzuheben, ist mehr als ambitioniert, besonders, wenn wir die Situation im Handwerk sehen, wie das Zitat eines mit uns kooperierenden Betriebes zeigt: „Wir stehen als Kleinbetrieb seit Anfang 2021 zwischen nie gekannten Extremen: Auf der einen Seite erhalten wir eine verdreifachte Zahl an Neuanfragen. Auf der anderen Seite haben unsere Großhändler beispiellose Probleme mit der Lieferung unserer Bestellungen. Beides zusammen bedeutet einen massiven Mehraufwand, weshalb wir unser Team dieses Jahr bereits verdoppelt haben. Dennoch können wir leider vor 2023 keine Neuanfragen bearbeiten.“

Dies hat uns als ÖEG auch dazu gebracht, uns bekannten Solarteuren ein Kooperationsangebot zu machen, indem Gregor Roller und Sebastian Edel beim Aufbau der Anlagen mitarbeiten und wir auf diese Weise Erfahrungen sammeln, Geld einsparen und auch Fachstudenten praktisch mit einbeziehen können.

Noch einen weiteren „energischen Schritt“ werden wir jetzt 2022 endlich gehen: Die ÖEG will Mitglieder und andere Interessierte zu „Einzel-Energiewendern“ motivieren. Der dringend nötige Ausbau der Erneuerbaren (und selbstverständlich Energieeffizienz und – Energiesuffizienz) braucht viele Akteure. Die Energiewende muss sichtbar werden durch eine Vielzahl von sogenannten Guerilla-, Balkon- oder Solarsteckergeräten:

Sie bestehen aus einem Solarmodul, einem Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, der Anschlussleitung und ggf. der Unterkonstruktion. Voraussetzungen sind: Sie haben eine leicht zugängliche Stelle an ihrem Haus oder ihrer Wohnung, die an vielen Stunden von der Sonne beschienen wird. Das kann die Fassade sein, eine Balkonbrüstung, ein Garagendach, ein Gartenhäuschen oder sogar ein flaches Hausdach etc. Um den Solarstrom verwenden zu können muss eine Außensteckdose in der Nähe (5 m) vorhanden sein, oder Sie sind bereit dort eine Außensteckdose von einer Elektrofachkraft installieren zu lassen. Je Haushalt dürfen Solarsteckergeräte mit maximal 600 Watt angeschlossen werden, das entspricht zwei Modulen á ca. 1,7 m². An einem guten Standort können damit etwa 600 kWh Strom jährlich gewonnen werden, bei optimaler Ausrichtung auch mehr. Das sind etwa 23 Prozent des Stromverbrauchs eines zweiköpfigen Durchschnittshaushalts. Und Sie werden staunen: Sie leben mehr und mehr mit der Sonne und orientieren, wenn möglich, ihren Verbrauch an den Sonnenzeiten. Wohnen Sie zur Miete, oder in einer WEG, sollten Sie ihr Vorhaben mit den zuständigen Personen absprechen. In einzelnen Städten (Freiburg, Stuttgart, Ulm) gibt es sogar eine finanzielle Förderung für Balkonmodule.

Wenn Sie ein oder zwei Balkonmodule bei uns erwerben wollen,  freuen wir uns über ihre Rückmeldung an: info@oeeg.de; Wir schicken Ihnen weitere Informationen und einen Fragebogen zur Standortprüfung zu und unterstützen Sie gerne im Realisierungsprozess, ggf. auch bei der Montage. Nachdem wir den jeweiligen Aufstellort geprüft haben, können wir Ihnen einen Preis für Ihr Balkonkraftwerk nennen.

Und generell: In Deutschland und weltweit stehen wir vor einer dreifachen Herausforderung von Klima-, Biodiversitäts- sowie Corona-Krise, die auch noch weltweit die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert. Leider suggeriert die neue Bundesregierung das der Weg in eine nachhaltige Zukunft vornehmlich ein technischer Pfad ist und ohne kulturellen Wandel auskommt. Was in den nächsten Jahren – bis 2035 müssten die Ziele von Paris eigentlich erreicht sein – immer wichtiger wird ist, die Notwendigkeit des Wandels ernst zu nehmen und nicht immer neue Ziele zu setzen, sondern zu handeln. Diesen notwendigen Umsetzungswillen wünschen wir uns als ÖEG und allen GenossInnen – nicht nur im Energiebereich.

Bleiben Sie der ÖEG gewogen, vor allen aber bleiben Sie gesund. Wir werden weiterhin versuchen unser Bestes zu geben – und können dabei auch Ihre Unterstützung gut gebrauchen. Wenn uns im Verlauf des Jahres die finanzielle Puste ausgeht, werden wir uns melden. Gesegnete Weihnachten und Shalom für das kommende Jahr.

Ihre/Eure ÖEG’ler im Dezember 2021

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