Fukushima macht eine Wende nötiger denn je

Erschüttert und betroffen sind wir im Angesicht der dreifachen Katastrophe in Japan. Das Leid der Menschen, die Folgen von  Erdbeben und Tsunami sowie die Hilflosigkeit im Umgang mit der vermutlich sich noch zuspitzen werdenden atomaren Katastrophe von Fukushima wecken Mitgefühl für die Menschen in Japan und Zweifel an der bisher global vertretenen Energiepolitik. Weder  Harrisburg noch Tschernobyl haben der Hybris wie den wirtschaftlichen Interessen – Hauptmotiv Laufzeitverlängerung –  Einhalt geboten. Die Ferne Japans verleitet dazu auf die Sicherheit deutscher AKWs  und mögliche Versorgungsengpässe zu verweisen, um Fehlinvestitionen in Hochrisikotechnologien so lange wie möglich als Renditebringer zu nutzen. Dabei zeigt sich, dass das Abschalten der Alt-AKWs ohne weiteres möglich ist, schon heute an manchen Tagen über 25 % des Stroms erneuerbar bereitgestellt wird( PE Solarstromeinspeisung) und ein sehr viel schneller Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist. Dass in Baden-Württemberg bei einer Lastkurve im Stromverbrauch von 6.500 Megawatt schon heute im Sommer   bis zu 2.300 MW Solarstrom eingespeist werden, zeigt, was möglich ist, wenn – wie bisher – Privatleute, Unternehmen und Genossenschaften weiter dezentral erneuerbar aktiv sind. Studien des Freiburger Ökoinstituts und ein Interview mit  Dr. Joachim Nitsch machen deutlich, dass eine rasche Energiewende  möglich ist( „Schneller Ausstieg aus der Kernenergie Ökoinstitut 2011-008-de“ und „Bis 2020 raus aus der Kernenergie„). Wenn die Bevölkerung dies ihrerseits aktiv unterstützt, ist eine Wende im Interesse von Atomausstieg und Klimaschutz sehr viel eher und leichter möglich. Jeder kann den Atomausstieg selbst in die Hand nehmen, in dem er wo es geht Energie spart(z.B.Standby vermeidet, überflüssigen Verbrauch abstellt oder  in LED- Beleuchtung investiert), zu einem grünen Stromanbieter wechselt (die ÖEG schickt gerne Wechselinformationen zu), in Erneuerbare investiert und eine Politik wählt, die Rahmenbedingungen für eine fossil- wie atomfreie Energiezukunft möglich macht. Die Katastrophe darf nicht wieder vergessen werden, wie nach 1986 als der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende  Erwin Teufel unmittelbar nach der  Atomkatastrophe von Tschernobyl vor dem Landtag folgendes ausgeführt hat:
”die Weichen für Alternativen zur Kernkraft müssen heute gestellt werden und nicht erst im Jahr 2000. Jetzt muss erforscht werden und entwickelt werden, was später in Serie genutzt werden soll. Die Zukunft gehört nicht der Kernkraft, weil kein Mensch mit so großen Risiken leben will, wenn es risikoärmere, gefahrlosere Arten der Energieerzeugung gibt.”

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