In der ÖEG tut sich was



Liebe Mitglieder, liebe Genoss*Innen,

wie schon im letzten Newsletter angekündigt haben wir unsere Generalversammlung, die über den Jahresabschluss 2020 befindet, Wahlen abhält und Perspektiven der ÖEG diskutiert, aus Pandemiegründen auf den Herbst verschoben. Termin ist der 11. September 2021 um 14 Uhr in der Ev. Akademie Bad Boll. Wir beginnen um 14 Uhr und bemühen uns gerade noch um einen interessanten inhaltlichen Beitrag, der angesichts der globalen wie nationalen Dringlichkeit, die notwendigen Veränderungen zur Erleichterung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland und auch in Baden-Württemberg deutlich macht. Die Veranstaltung wird um 17 Uhr zu Ende sein. Sie werden noch eine gesonderte Einladung mit detaillierter Tagesordnung samt Rückmeldebogen erhalten.
Bitte schon mal den Termin reservieren. Gerne können Sie dann Ihre Stimme jemandem anderen übertragen (mit bis zu 2 weiteren Stimmen ist dies möglich).

Bei der Generalversammlung werden sich – zu unserem großen Leidwesen – zwei Vorstände verabschieden. Für die beiden frei werden Arbeitsbereiche Organisation und Finanzen sind wir auf der Suche nach zwei neuen Vorstandsmitgliedern. Entsprechend suchen wir zwei – gerne auch junge – Kolleg*Innen mit Faible für Schöpfungsbewahrung und Energiewende und Kenntnissen in den Bereichen Organisation (Mitglieder, Personal) und Finanzen/Betriebswirtschaft (für Buchhaltung haben wir jemanden und für Bilanz und G und V einen Steuerberater). Hilfreich wäre als Wohnort die Region Stuttgart – auch wenn wir viel über Telefonkonferenzen oder Online-Sitzungen erledigen können.

Wie im letzten Newsletter mitgeteilt, haben Vorstand und Aufsichtsrat nach eingehenden Überlegungen beschlossen Gregor Roller, der in der Elternzeit von Sebastian Edel diesen sehr gut vertreten hat, über den Sommer hinaus weiter zu beschäftigen. Seit letzten Montag, den 26. Juli, arbeiten Sebastian Edel und Gregor Roller im Team an der Planung und Umsetzung von neuen ÖEG- Projekten. Und da stehen uns im Herbst einige ins Haus. Je nach Region ist die Federführung unterschiedlich. Für Stuttgart/Tübingen/Göppingen/ Ulm ist Sebastian Edel federführend tätig.  Mannheim/Karlsruhe und Oberschwaben/Bodenseebearbeitet Gregor Roller.

Bei unserer neuesten PV-Anlage in der Gartenstadt in Stuttgart-Untertürkheim wurde die Zusammenarbeit schon praktisch bei der Realisierung der Anlageerprobt, so dass es derzeit die Überlegung gibt, bei weiteren Anlagen eine Kooperation mit einem Solarteurbetrieb von Anfang an zu versuchen. Die Materialbeschaffung und Endabnahme käme dann vom Fachbetrieb.

Am 28. 6. Wurde die Anlage in der Barbarossastr. provisorisch in Betrieb genommen. Dies hat Auswirkungen auf den für die Einspeisevergütung relevanten Monat, in diesem Fall ist es der Juni, auch wenn aufgrund von Materialknappheit (Zähler) wir noch auf die dauerhafte Einspeisung warten müssen. Die Anlage auf dem Pfarrhaus- und Gemeindehausdach hat 20 kWp und beliefert den direkt angrenzenden Kindergarten mit Solarstrom. Es ist damit unsere 22. ÖEG – Anlage. Unser herzlicher Dank geht auch an alle Akteure, die Firmen Allabar, Bastizi und die engagierten Mitglieder der Kirchengemeinde, besonders Uwe Gerstenberg, Eberhard Wagner und Reinhard Ertl.

Damit haben wir als ÖEG 557 kWp auf kirchlichen Dächern installiert mit einer durchschnittlichen Solarstromerzeugung von über einer halben Million Kilowattstunden. Und es werden in diesem Jahr noch einige Anlagen dazukommen – so hoffen wir.

Dies ist auch dringend notwendig angesichts des galoppierenden Klimawandels und seiner Auswirkungen. Dringend geboten sind der weitere Ausbau der PV – und Wind-Stromerzeugung – da sind wir dran, so gut wir können – aber auch eine neue sparsame Energiekultur. Der Ausbau allein wird nicht reichen. Speziell angesichts steigender Stromverbräuche für E – Fahrzeuge, Wärmepumpe und Digitalisierung. Viele schielen schon auf Wasserstoffimporte aus nordafrikanischen Ländern, die zuerst erneuerbaren Strom für sich selbst brauchen und dann auch das knappe Wasser für die Produktion von Wasserstoff hergeben müssen.

Welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere Stuttgarter Region haben könnte, zeigt ein interessanter SWR Beitrag von Philipp Pfäfflin: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/so-heiss-ist-es-im-jahr-2035-in-ludwigsburg-100.html;

Und heute (29.Juli 21) ist der globale Overshoot-Day: Jedes Jahr findet der „Erdüberlastungstag“ früher statt. 2021 haben wir die natürlichen Ressourcen, welche die Erde in einem Jahr aufbaut, mit dem heutigen Tag aufgebraucht. Im Corona-Jahr 2020 hatte es eine kurze Atempause gegeben, die ist vorbei. Der Erdüberlastungstag findet 2021 fast einen Monat früher statt als im ersten Corona-Jahr 2020, als die Wirtschaft deutlich heruntergefahren worden war. Mit dem 29. Juli als Stichtag schließt der weltweite Verbrauch wieder an die Zeit vor Corona an.

Deutschland selbst macht bereits bei der Natur seit dem 5. Mai Schulden. Deutschland als Industrienation schneidet damit im globalen Vergleich schlecht ab.

Der Earth Overshoot Day lenkt jedes Jahr das Augenmerk auf natürliche Ressourcen, die so schnell nicht nachwachsen können, wie sie jedes Jahr verlorengehen. Dafür berechnet die Organisation „Global Footprint Network“ den „ökologischen Fußabdruck“ einzelner Länder. Dazu wird die Biokapazität der Erde, also die Fähigkeit unseres Planeten, Ressourcen zu produzieren oder wiederherzustellen mit dem Verbrauch der Ressourcen im jeweiligen Land verrechnet. Multipliziert mit der Anzahl an Tagen im Jahr, in der Regel 365, ergibt sich dann, ab welchem Tag die Jahres-Ressourcen unserer Erde aufgebraucht sind. Die Ressourcen der Erde, die in den „ökologischen Fußabdruck“ einfließen sind: Wasser, Holz, fruchtbare Ackerböden und andere Rohstoffe. Aber auch der produzierte Müll und Abgase, insbesondere CO2, spielen für die Bilanz eine erhebliche Rolle. Also auch der Ressourcenverbrauch der mit neuen Anlagen zur erneuerbarer Strom- und Wärmeproduktion tragen dazu bei. Alles ein Grund „Maß zu halten“. Noch 1971 lag der Erdüberlastungtag am 21. Dezember. Da haben wir doch auch gut gelebt. Vielleicht nicht alle Menschen. Umso mehr gilt es den begrenzten Reichtum der Erde fair zu verteilen.

Nicht nur die Natur, sondern auch wir, die wir mit der Natur enger verbunden sind, als wir wahrhaben wollen, brauchen eine Ruhepause.

In diesem Sinne Ihnen allen einen erholsamen Sommer

Ihre/Eure ÖEG’ler im Juli 2021

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