…macht der Mai: Neues aus der Genossenschaft

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der ÖEG,

April und der bisherige Monat Mai haben in Sachen Sonnenstrom alle Rekorde geschlagen und – zur Mittagszeit – bis zu 15 Gigawatt erneuerbare Energie ins bundesweite Netz eingespeist. Wie groß diese Strommenge ist, lässt sich abschätzen, wenn man weiß, dass alle Atomkraftwerke – auch die abgeschalteten – 21 Gigawatt erzeugen.

Vor wenigen Tagen am 17. Mai ging unsere 3. Anlage auf einem Pfarrhaus in Geislingen/Steige ans Netz und produziert kräftig Strom. In Bälde wird auch dort der Datenlogger installiert, so dass wir auch aus der Ferne die Anlage überwachen können. Hier eine kurze Information zu den Datenloggern: Manchmal „hängt“ die Datenübertragung von der Anlage an den Server des Anbieters (Solarlog), so dass keine Erträge aktuell eingetragen, aber nach ein oder zwei Tagen dann doch nachgetragen werden. Der Datenlogger zu ÖEG SUN 1 zeigte sogar fast 2 Wochen keine Daten. Dies lag am Akademienetz, wo – ohne unser Wissen – etwas „umgestöpselt“ wurde, und es einige Zeit dauerte bis wir dies in Erfahrung gebracht haben.

Bis Ende Juni, dem nächsten Wechseltermin der Einspeisevergütung, möchten wir noch zwei PV–Anlagen, wenn es noch klappt, realisieren. Bei der einen in Nürtingen stellt sich das Problem, an welcher Stelle wir ins Netz einspeisen können. Sinn würde es machen, direkt in das Netz der Samariterstiftung einzuspeisen, die rund um die Uhr genügend Strom benötig. Ob das möglich ist, wird derzeit mit den örtlichen Stadtwerken geklärt. Eine zweite Anlage auf einem Gemeindehaus in Mettingen wartet mit PV – Modulen (ca. 20 kWp) bedeckt zu werden. Jedenfalls sind Kirchengemeinde und Gesamtkirchengemeinde sehr an einer Realisierung interessiert.

Wie in den Medien zu erfahren, wird derzeit die Zukunft des EEG stark diskutiert Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geht davon aus, dass die EEG-Umlage für 2011 deutlich zu hoch angesetzt wurde. „Die Prognose, die zur aktuellen Umlage von 3,5 Cent/kWh führte, hat sich nicht bestätigt. Nach dem heutigen Stand müsste die Umlage bei etwa 2,7 Cent/kWh liegen“, zitiert das Branchenportal energate einen Sprecher des BMU. In ihrer Prognose der Umlage für das Jahr 2011 hatten die Übertragungsnetzbetreiber den Zubau der Photovoltaik im Jahr 2010 überschätzt: Dieser betrug statt 9.500 Megawatt nur 7.000 Megawatt. Dies mindert die Höhe der Umlage im Jahr 2011. Über den Ausgleichsmechanismus werden die Überschusszahlungen als Abschlag bei der Umlage 2012 zurückgegeben. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat am 19. Mai 2011 seinen Referentenentwurf für das EEG 2012 an betroffene Verbände zur Anhörung versandt. Noch vor der Sommerpause möchte der Bund die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verabschiedet wissen. Grundsätzliches Ziel ist demnach ein „Energiekonzept, das Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien enthält.“ Experten ist allerdings klar, dass das Gesetz neben positiven Anreizen auch einige Änderungen enthält, die Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren Energien verschlechtern. Neben der beibehaltenen Degression wird es bei Netzüberlastung die Möglichkeit für den Netzbetreiber geben, die EE-Anlagen kurzzeitig und gegen Kostenerstattung vom Netz zu nehmen. Bei kleinen PV-Anlagen, für die das Einspeisemanagement zu aufwändig wäre, soll die Einspeiseleistung am Netzanschlusspunkt auf 70 % begrenzt werden, um die sehr seltenen Leistungsspitzen zu „kappen“. Dies reduziert die eingespeiste Strommenge nur um rund 2 %, entlastet aber das Netz ganz erheblich. Derzeit wird noch viel (hinter den Kulissen) diskutiert. Im Sommer wird man weiter sehen.

Da in Zukunft angesichts des Ausstiegs aus der Atomenergie und Klimaschädlichkeit der Kohle der Ausbau der Erneuerbaren  – vor allem auch Wind-Energie onshore – forciert werden soll, sehen wir als Genossenschaft auch da ein zukünftiges Geschäftsfeld. Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen mit „windhüfigen“ Grundstücksflächen sollten sich bei der ÖEG melden!

Von der Generalversammlung, die mit 38 Mitgliedern und 55 Stimmrechten gut besucht war, ist zu berichten: Mittlerweile zählt die Genossenschaft 167 Mitglieder, darunter 5 Kirchengemeinden, eine diakonische Stiftung und die Herrnhuter Brüdergemeinde.

Insgesamt hat die ÖEG bisher knapp über 300.000 € an Kapital eingesammelt. Während uns am Anfang die Angebote für Dächer fehlten, kommt der Vorstand derzeit mit der Belegung nicht mehr hinterher. In Planung – und fast schon realisierungsbereit – war eine Anlage auf einem Neubau der Samariterstiftung in Leonberg. Da der Generalunternehmer die nachträglich beauftragte PV – Anlage (50 kWp) sich „vergolden lassen wollte (20.000 € Mehrkosten !!!) haben wir – auch zum Leidwesen der Samariterstiftung davon Abstand genommen. Ernst-Ludwig Vatter als Aufsichtsratsvorsitzender stellte fest, dass nach 18 Monaten die ÖEG auf einer soliden Grundlage stehe. Das Ergebnis ist nach dieser Zeit noch nicht zufriedenstellend für die finanziellen Interessen der Mitglieder, der Aufsichtsrat trage das Ergebnis dennoch in allem voll mit. Für das nächste Jahr sehe er eine Aussicht auf eine Rendite.
Vorgenommen hat sich die ÖEG auch neben der Prüfung neuer Projekte vor allem nach neuen Genossenschaftsmitgliedern Ausschau zu halten und dafür auch entsprechend zu werben.

Sehr interessant war der Beitrag von Dr. Harry Lehmann, Fachbereichsleiter im Umweltbundesamt zum Thema „100 % Erneuerbare Energien in Deutschland“. Sehr anschaulich wurde deutlich, wie notwendig der Ausstieg aus Atom und Kohle ist und dass die Zukunft eindeutig den Erneuerbaren gehört. Für einen entsprechend schnellen Ausbau müssten jetzt die notwendigen Weichen gestellt werden. Seiner Meinung nach kommt gerade Genossenschaften als alternativen, bürgernahen Wirtschaftsformen eine wichtige Funktion bei dem Zubau dezentraler Anlagen zu.

Zum Schluss

Ansonsten freut sich die ÖEG über jede Anregung und Rückmeldung, weiter über neue Mitglieder und Anteile. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft oder bei Rückfragen, bitte ein Email an: info@oekumenische-energiegenossenschaft.de;

Einen schönen Frühsommer, viel Rückenwind für alle Ihre Bemühungen, zu Hause, im Betrieb oder in Kommune und Kirche eine nachhaltige Entwicklung Praxis werden zu lassen und alles Gute wünscht Euch/Ihnen

Herzlichst

Ihre ÖEG, im Mai 2011

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