Newsletter 26 – im Juli 2019

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

vom Dortmunder Kirchentag, auf dem die ÖEG einen Stand hatte, sind wir – Roland Helber, Sebastian Braun und Jobst Kraus, wieder zurück – neu herausgefordert, aber auch ermutigt. Herausgefordert u.a. durch eindrückliche Beiträge von Johannes Rockström, dem Präsidenten des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung und seinem Vorgänger Hans-Joachim Schellnhuber. Bei beiden wurde nochmal deutlich, dass Politik und Gesellschaft 30 Jahre versäumt haben, entschieden etwas für die Energiewende zu tun und dass die Herausforderung mittlerweile existenziell ist und der Treibhausgas-Ausstoß alle 10 Jahre halbiert werden müsste um einen unkontrollierten Temperaturunterschied, Eisschmelze, Meeresspiegelanstieg mit allen Folgen abzubremsen. Hingewiesen wurde auch, dass Energiewende und der Erhalt der Biosphäre mit ihrer Artenvielfalt zusammengehören. Wenn Raubbau an der Natur getrieben wird, Humus schwindet, (Regen -) Wälder abgeholzt werden „töten wir unsere besten Freunde“ im Kampf gegen den Klimawandel. Die derzeitigen Juni-Temperaturen lassen ahnen, was auf uns zu kommt: Wenn wir keine Anstrengungen unternehmen den Treibhausgas-Ausstoß zu verringern (IPCC Szenario RCP8.6) werden wir Ende diesen Jahrhunderts hier Temperaturen wie auf Sizilien haben, wenn wir aber jetzt beherzt handeln und jedes Jahrzehnt den Treibhausgas-Ausstoß halbieren, können wir den Anstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzen (IPCC Scenario RCP2.6).

Gelingt uns das nicht, nimmt die Anzahl der Tage an denen der menschliche Organismus nicht mehr überlebensfähig ist, in den Tropen und Sub-Tropen teils so stark zu, dass dort kein menschliches Leben mehr möglich ist. Die Lebensweise in diesen Gebieten ist heute schon mit einer Begrenzung des Temperaturanstieges auf 1,5 Grad kaum vereinbar.

Ermutigend war in Dortmund der Auftritt von Fridays4future und die klare Forderung, dass die Gesellschaft mit ihrem Nichts-Tun den Generationenvertrag aufkündigt und endlich vom Reden zum Tun kommen muss. Der Kirchentag hat aber auch deutlich gemacht, dass die Zivilgesellschaft die „erneuerbare Energie“ ist. Dies wurde auch an unserem Infostandstand deutlich.

Des Öfteren wurde die ÖEG angefragt, ob wir auch PV – Anlagen in anderen Landeskirchen realisieren. Wir werden versuchen anzuregen, dass auch in anderen Landeskirchen oder Diözesen entweder ökumenische Energiegenossenschaften gründen oder mit Genossenschaften kooperieren, um möglichst rasch das Solarpotential auf Kirchendächern und die vorhandenen Effizienzpotentiale auszuschöpfen. Entsprechend sind wir als ÖEG auch optimistisch, dass die Kirchen uns als Kooperationspartner dringend brauchen. Entsprechend hoffen wir auf einen PV-Anlagen-aktiven Herbst. Ermutigend ist auch die wachsende Bereitschaft von Menschen ihr Geld von der Kohle zur Sonne zu verschieben. Hier ein Zitat aus einem Bericht eines unserer Genossenschaftsmitglieder: „Nach einem Jahr musste ich feststellen, dass die Aktienkurse von EON und RWE beständig nach unten gingen. Von meinen Bekannten erhielt ich den Rat „Du musst durchhalten, es wird ja eine gute Dividende ausgeschüttet“. Ich erinnere mich, dass mein Einwand damals war, dass das eingesetzte Kapital weiter an Wert abnimmt. Die Bekannten versicherten mir „Du musst das aussitzen, das wird besser“. Aber es wurde nicht besser. Bis heute nicht. Ich habe mich dann entschieden alle Aktien zu verkaufen, denn ich war verärgert und dachte, dann kann ich mein Geld auch ehrlichen Leuten anvertrauen, z. B. einer Genossenschaft.“ (vollständiger Text unter Von der Kohle zur Sonne – oder wie ein Bürger aus dem Kohlenpott Mitglied in einer Energiegenossenschaft wurde).

Und wenn jetzt im Herbst eine CO2 Bepreisung kommt, werden vermutlich auch die Rahmenbedingungen für Erneuerbare besser werden.

Aber: allein der Zubau an Erneuerbaren reicht nicht aus. Es muss kräftig Energie gespart werden. Auf Anregung bei unserer letzten Generalversammlung werden wir Mitgliedern einen Energiecheck anbieten. Erste Erfahrungen und ein ÖEG Angebot gibt es im nächsten Newsletter.

Bis dahin einen erholsamen Sommer 2019

Herzlichst Ihre ÖEG’ler im Juli 2019

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