Newsletter 30 April 2020: Kämpfen für mehr Klimaschutz – auch in Zeiten von Corona

Liebe Mitglieder, liebe Genoss*innen, auch als ÖEG ist es uns wichtig, auf den Klimastreik von Fridays for Future am Freitag, den 24. April, um 12:00 hinzuweisen:

Denn die Klimakatastrophe droht immer mehr in den Hintergrund zu treten und erste Stimmen werden laut, nach Abflauen der Pandemie auf „reset“ zu drücken und alles wieder hochzufahren, längst beschlossene Maßnahmen (Kohleausstiegsgesetz, CO2 Bepreisung, etc.) zurückzunehmen und der Auto-Industrie, die unabhängig von Corona angesichts gesättigter und fehlentwickelter Märkte sich sowieso der Transformation stellen müsste, mit einer Abwrackprämie auf die Beine zu helfen.

Stattdessen bräuchte es ein Innehalten und ein Anknüpfen an die in der Pandemie gemachten nicht nur einschränkenden sondern auch alternativen Erfahrungen. Die Nachdenklichkeit, dass es so eigentlich mit unserer Produktions- und Konsumweise nicht weiter gehen kann, hat bei vielen zugenommen. Entschleunigung, das Downsizing in der Arbeitswelt, zu Hause und in der Öffentlichkeit wird auch positiv erlebt und die Erfahrung mit weniger auszukommen wie auch der Wiedergewinn an persönlicher Souveränität (wenn auch nicht im direkten Kontakt mit Menschen) ist gewachsen. Denn daran und nicht nur an den erwartbaren Forderungen der Industrie ist anzuknüpfen, wenn es darum geht eine neue- und nicht die alte Normalität zu finden. Wünschenswert wäre, dass diese neue enkeltaugliche Kultur in den Bereichen Ernährung, Mobilität, Energie, Konsum so erstrebenswert wird, dass immer mehr Bürger*innen dafür nötige politische Rahmenbedingungen einfordern – auch im Blick auf uns als ÖEG einen Rahmen schafft, der es erleichtert die Kräfte der Natur zu nutzen.

Dass die Klimakrise nicht haltmacht ist in diesen Tagen mit Sommer- statt Aprilwetter zu erleben. Als ÖEG freuen wir uns über sensationelle Solarerträge, dabei wäre Regen dringend notwendig. In den Gärten vertrocknen die Rosenknospen, die Waldbrandgefahr steigt. Der Dürremonitor der Helmholtz-Klimainitiative zeigt, wie extrem trocken die Böden fast in ganz Deutschland sind mit nicht abzuschätzenden Folgen für die Landwirtschaft. Um zu verhindern, dass Nachrichten wie „Das Eis am Nordpol ist nicht mehr zu retten“ in den Hintergrund geraten, ist es umso wichtiger, dass möglichst viele am Freitag vom Wohnzimmer, dem Balkon oder dem Homeoffice, darauf aufmerksam machen, dass der Klimaschutz trotz der Pandemie keinen weiteren Aufschub erlaubt.

Hinweisen möchten wir Sie auf einen gerade erschienen Artikel aus der Forschungsstätte der Ev. Studiengemeinschaft der EKD in Heidelberg zum Thema „Corona Pandemie und Klimaschutz“, an der auch ein ÖEG Mitglied mitgewirkt hat: Corona-Pandemie-und-Klimaschutz-einige-Anregungen-zur-Diskussion;

Ansonsten sind wir an verschiedenen Projekten dran und würden uns – wie oben als notwendig beschrieben – über mehr kirchlichen Rückenwind freuen: Christians and Churches for Future.

Bleiben Sie gesund – und widerständig

Ihre ÖEGler im April 2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.