Newsletter 7 Weihnachtsbrief Dezember 2011

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Ökumenischen Energiegenossenschaft Baden- Württemberg

während in Durban/Südafrika im Schatten der Euro-Krise um die Zukunft des Weltklimas verhandelt wird geht das Jahr 2011 in der Mischung aus vorweihnachtlicher Hektik und Sehnsucht nach Auszeit und Erholung zu Ende.

Die ÖEG blickt auf ein Jahr mit Licht und Schatten zurück: Erfreulich war die Mitgliederentwicklung(214 Mitglieder Dezember 2011) wie auch der Ausbau unseres Genossenschaftsvermögens (356.000 €). Zu dieser sehr erfreulichen Entwicklung hat auch die Kooperation mit der Evangelisch – Methodistischen Kirche beigetragen, was dieser die Gründung einer eigenen Genossenschaft ersparte und der ÖEG die ökumenische Ausrichtung stärkte. So wird es demnächst in Stuttgart ein Verbindungsbüro der EMK zur ÖEG geben. Es bleibt aber eine Genossenschaft: die ÖEG.

Etwas schwieriger gestaltete sich die Realisierung von PV- Anlagen. Es gibt derzeit eine Vielzahl von Schubladenkonzepten, von Anfragen von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen, die auf halben Weg stecken geblieben sind. Es sind die Mühen der Ebene, die eine schnelle Umsetzung verhindern. Dabei hätten wir doch gerne einmal eine „große und einfach zu realisierende Anlage“. Entweder „spielt“ bei einem Neubau der Generalunternehmer nicht mit, möchte die Kirchengemeinde doch noch mal abwarten, speist parallel ein Blockheizkraftwerk Strom ins interne Netz und ist der Weg zur nächsten Einspeisestelle zu weit – oder sind die Installationsunternehmen  – und auch wir selbst – voll ausgelastet. Gleichzeitig blicken wir auf ein sehr sonniges Jahr zurück, was sich in den Erträgen niederschlägt. So hat die Solarstromanlage auf dem Dach des Südflügels der Akademie (ÖEG SUN 1) 1.240 kWh je kWpeak an Strom vom Himmel geerntet (durchschnittlich sind dies 980 – 1000 kWh.). Subjektiv haben viele den Sommer gar nicht so schön erlebt, aber die Mischung aus Sonne, Wind und etwas Kälte an manchen Tagen hat zu diesem guten Ergebnis geführt.

Was wird sich „Anlagen mäßig“ im Jahr 2012 tun? Wir werden – hoffentlich  – im Frühjahr drei Kirchendächer „besetzen“: in Esslingen-Mettingen, in Holzgerlingen sowie in Karlsruhe das Dach der Erlöserkirche. Parallel bemühen wir uns um zwei bis drei Dächer einer diakonischen Einrichtung. Insgesamt könnte dies einen Ausbau um ca. 200 kWpeak bedeuten, verbunden mit einem Investitionsvolumen von 500.000 €, was wir nur dann „stemmen“ können, wenn Sie uns helfen neue Mitglieder zu gewinnen.

Fragen werden Sie sich auch, wie sich Investitionskosten zur sinkenden Einspeisevergütung verhalten. Soweit wir informiert sind, werden die Anlagenpreise parallel zur Degression der Einspeisevergütung ebenfalls abnehmen. Auch in Richtung Windenergie- und Wasserkraftnutzung halten wir Ausschau. Konkretes gibt es hierzu noch nicht. Klar aber ist, dass die erneuerbaren Energieträger dezentral und verbrauchsnah weiter ausgebaut werden müssen – und dass private Haushalte (also WIR) unser Effizienz- und Einsparpotentiale noch stärker als bisher erschließen. Klimaschutz und Energiewende müssen an Fahrt zu nehmen. Jede/r kann dazu beitragen, in eine klimaschützende Realwirtschaft zu investieren: Wie wäre es mit einer stromsparenden „LED Lampe“ oder einer abschaltbaren Steckdose unter dem Weihnachtsbaum oder einer Aufstockung des eigenen ÖEG Beitrags. Zum Werben im Freundeskreis schicken wir gerne Flyer und Beitrittserklärungen zu.

Im Namen von Vorstand und Aufsichtsrat wünschen wir Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein rundum gutes Neues Jahr

Ihre ÖEG im Dezember 2011

und Ihr Jobst Kraus

 P.S. Die ÖEG freut sich über jede Anregung und Rückmeldung, weiter natürlich über neue Mitglieder und Anteile – und auch Hinweise auf Dächer oder im Kirchenbesitz befindliche Standorte für Windanlagen. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft oder bei Rückfragen, bitte ein Email an: info@oekumenische-energiegenossenschaft.de;

 

Herzliches Willkommen der Evangelisch-Methodistischen Kirche – aktiv in den Herbst

In Umsetzung der Beschlüsse der jährlichen SüddeutschenKonferenz der Evangelisch-Methodistischen Kirche vom Mai diesen Jahres wurde am 18. Juli im Bildungs- und Begegnungszentrum in Stuttgart-Giebel in einem festlichen Akt die Zusammenarbeit von Gemeinden der EMK wie von Einzelmitgliedern mit der ökumenischen Energiegenossenschaft Baden – Württemberg (ÖEG) besiegelt. Durch die Teilnahme von Superintendent Johannes Knöller zeigte auch der Vorstand der EMK sein Interesse .  Zuvor hatten Aufsichtsrat und Vorstand der ÖEG die Kooperation einstimmig befürwortet.  Besonders erfreut waren die Vertreter der ÖEG, dass mit ihrem Beitritt die Evangelisch -Methodistische Kirche auf dem Weg zu einer Energiewende ein deutliches Signal zum Ausbau erneuerbarer Energien in ihrem Bereich setzt. Nachdem in den letzten Jahren in der EMK wiederholt Anläufe unternommen wurden, sich energetisch zu erneuern, erleichtert und ermöglicht es nun die ÖEG  einzelnen EMK- Gemeinden, ihre Dächer zur Sonnenstrom-Erzeugung zu nutzen. Durch die Mitgliedschaft von Einzelpersonen wie auch von Gemeinden  wird ein deutliches Zeichen der Bewahrung von Gottes guter Schöpfung gesetzt. Direkt im Anschluss an die Veranstaltung kam es erfreulicherweise zur Zeichnung von Genossenschaftsanteilen in Höhe von über 22.000 €. Mittlerweile sind über 20 Personen aus dem Bereich der Evangelisch-Methodistischen Gemeinde der Genossenschaft beigetreten.  Nach dem Start vor fast 2 Jahren aus der Evangelischen Akademie heraus wird die ÖEG auch in der Praxis stärker ökumenisch. Für die Zukunft wurde es von allen Beteiligten als wünschenswert erachtet, dass die EMK auch im Aufsichtsrat und/oder Vorstand vertreten sein sollte. Details der Kooperation werden derzeit noch ausgehandelt. Solar-praktisch soll es schon bald werden: Voraussichtlich in Karlsruhe wird, wenn möglich, noch in diesem Jahr  eine erste PV – Anlage auf einem Evangelisch-Methodistischen Kirchendach installiert. Ein herzliches Dankeschön und Willkommen gilt auch den treibenden Akteuren der  noch jungen Kooperation. Einige – wie Lothar Elsner, Volker Schulz, Kurt Junginger und Paul Gräsle (zusammen mit Paul Hell und Jobst Kraus) –  von ihnen sind auf dem nachstehenden Gruppenfoto zu sehen:

Seit kurzem ist auch die dritte ÖEG-Anlage (ÖEG SUN 3)  mit ihren Erträgen auf der Homepage zu verfolgen.Überhaupt beeindrucken in diesem Jahr die erzeugten Kilowattstunden, die ein überdurchschnittliches Sonnenjahr versprechen. Insgesamt hat die ÖEG mit ihren drei Anlagen in diesem Jahr fast 59.ooo kWh Solarstrom erzeugt und damit ca. 35 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Die Anlage 1 hat – das Jahr ist noch längst nicht zu Ende – bisher eine Leistung von 1001 kWh je kWpeak erreicht. Im Herbst möchte die ÖEG kräftig in neue Anlagen investieren und hofft dabei auf eine rasche Umsetzung. Trotz aller Zunahme bei der erneuerbaren Stromerzeugung (16,4 %), bleibt die beste Energiequelle die Effizienz und das Einsparen. Mit jeder eingesparten Kilowattstunde wächst angesichts der bevorrechtigten Einspeisung der Erneuerbaren auch deren Anteil . Einen sonnigen Herbst wünscht allen
Ihre ÖEG

…macht der Mai: Neues aus der Genossenschaft

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der ÖEG,

April und der bisherige Monat Mai haben in Sachen Sonnenstrom alle Rekorde geschlagen und – zur Mittagszeit – bis zu 15 Gigawatt erneuerbare Energie ins bundesweite Netz eingespeist. Wie groß diese Strommenge ist, lässt sich abschätzen, wenn man weiß, dass alle Atomkraftwerke – auch die abgeschalteten – 21 Gigawatt erzeugen.

Vor wenigen Tagen am 17. Mai ging unsere 3. Anlage auf einem Pfarrhaus in Geislingen/Steige ans Netz und produziert kräftig Strom. In Bälde wird auch dort der Datenlogger installiert, so dass wir auch aus der Ferne die Anlage überwachen können. Hier eine kurze Information zu den Datenloggern: Manchmal „hängt“ die Datenübertragung von der Anlage an den Server des Anbieters (Solarlog), so dass keine Erträge aktuell eingetragen, aber nach ein oder zwei Tagen dann doch nachgetragen werden. Der Datenlogger zu ÖEG SUN 1 zeigte sogar fast 2 Wochen keine Daten. Dies lag am Akademienetz, wo – ohne unser Wissen – etwas „umgestöpselt“ wurde, und es einige Zeit dauerte bis wir dies in Erfahrung gebracht haben.

Bis Ende Juni, dem nächsten Wechseltermin der Einspeisevergütung, möchten wir noch zwei PV–Anlagen, wenn es noch klappt, realisieren. Bei der einen in Nürtingen stellt sich das Problem, an welcher Stelle wir ins Netz einspeisen können. Sinn würde es machen, direkt in das Netz der Samariterstiftung einzuspeisen, die rund um die Uhr genügend Strom benötig. Ob das möglich ist, wird derzeit mit den örtlichen Stadtwerken geklärt. Eine zweite Anlage auf einem Gemeindehaus in Mettingen wartet mit PV – Modulen (ca. 20 kWp) bedeckt zu werden. Jedenfalls sind Kirchengemeinde und Gesamtkirchengemeinde sehr an einer Realisierung interessiert.

Wie in den Medien zu erfahren, wird derzeit die Zukunft des EEG stark diskutiert Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geht davon aus, dass die EEG-Umlage für 2011 deutlich zu hoch angesetzt wurde. „Die Prognose, die zur aktuellen Umlage von 3,5 Cent/kWh führte, hat sich nicht bestätigt. Nach dem heutigen Stand müsste die Umlage bei etwa 2,7 Cent/kWh liegen“, zitiert das Branchenportal energate einen Sprecher des BMU. In ihrer Prognose der Umlage für das Jahr 2011 hatten die Übertragungsnetzbetreiber den Zubau der Photovoltaik im Jahr 2010 überschätzt: Dieser betrug statt 9.500 Megawatt nur 7.000 Megawatt. Dies mindert die Höhe der Umlage im Jahr 2011. Über den Ausgleichsmechanismus werden die Überschusszahlungen als Abschlag bei der Umlage 2012 zurückgegeben. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat am 19. Mai 2011 seinen Referentenentwurf für das EEG 2012 an betroffene Verbände zur Anhörung versandt. Noch vor der Sommerpause möchte der Bund die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verabschiedet wissen. Grundsätzliches Ziel ist demnach ein „Energiekonzept, das Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien enthält.“ Experten ist allerdings klar, dass das Gesetz neben positiven Anreizen auch einige Änderungen enthält, die Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren Energien verschlechtern. Neben der beibehaltenen Degression wird es bei Netzüberlastung die Möglichkeit für den Netzbetreiber geben, die EE-Anlagen kurzzeitig und gegen Kostenerstattung vom Netz zu nehmen. Bei kleinen PV-Anlagen, für die das Einspeisemanagement zu aufwändig wäre, soll die Einspeiseleistung am Netzanschlusspunkt auf 70 % begrenzt werden, um die sehr seltenen Leistungsspitzen zu „kappen“. Dies reduziert die eingespeiste Strommenge nur um rund 2 %, entlastet aber das Netz ganz erheblich. Derzeit wird noch viel (hinter den Kulissen) diskutiert. Im Sommer wird man weiter sehen.

Da in Zukunft angesichts des Ausstiegs aus der Atomenergie und Klimaschädlichkeit der Kohle der Ausbau der Erneuerbaren  – vor allem auch Wind-Energie onshore – forciert werden soll, sehen wir als Genossenschaft auch da ein zukünftiges Geschäftsfeld. Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen mit „windhüfigen“ Grundstücksflächen sollten sich bei der ÖEG melden!

Von der Generalversammlung, die mit 38 Mitgliedern und 55 Stimmrechten gut besucht war, ist zu berichten: Mittlerweile zählt die Genossenschaft 167 Mitglieder, darunter 5 Kirchengemeinden, eine diakonische Stiftung und die Herrnhuter Brüdergemeinde.

Insgesamt hat die ÖEG bisher knapp über 300.000 € an Kapital eingesammelt. Während uns am Anfang die Angebote für Dächer fehlten, kommt der Vorstand derzeit mit der Belegung nicht mehr hinterher. In Planung – und fast schon realisierungsbereit – war eine Anlage auf einem Neubau der Samariterstiftung in Leonberg. Da der Generalunternehmer die nachträglich beauftragte PV – Anlage (50 kWp) sich „vergolden lassen wollte (20.000 € Mehrkosten !!!) haben wir – auch zum Leidwesen der Samariterstiftung davon Abstand genommen. Ernst-Ludwig Vatter als Aufsichtsratsvorsitzender stellte fest, dass nach 18 Monaten die ÖEG auf einer soliden Grundlage stehe. Das Ergebnis ist nach dieser Zeit noch nicht zufriedenstellend für die finanziellen Interessen der Mitglieder, der Aufsichtsrat trage das Ergebnis dennoch in allem voll mit. Für das nächste Jahr sehe er eine Aussicht auf eine Rendite.
Vorgenommen hat sich die ÖEG auch neben der Prüfung neuer Projekte vor allem nach neuen Genossenschaftsmitgliedern Ausschau zu halten und dafür auch entsprechend zu werben.

Sehr interessant war der Beitrag von Dr. Harry Lehmann, Fachbereichsleiter im Umweltbundesamt zum Thema „100 % Erneuerbare Energien in Deutschland“. Sehr anschaulich wurde deutlich, wie notwendig der Ausstieg aus Atom und Kohle ist und dass die Zukunft eindeutig den Erneuerbaren gehört. Für einen entsprechend schnellen Ausbau müssten jetzt die notwendigen Weichen gestellt werden. Seiner Meinung nach kommt gerade Genossenschaften als alternativen, bürgernahen Wirtschaftsformen eine wichtige Funktion bei dem Zubau dezentraler Anlagen zu.

Zum Schluss

Ansonsten freut sich die ÖEG über jede Anregung und Rückmeldung, weiter über neue Mitglieder und Anteile. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft oder bei Rückfragen, bitte ein Email an: info@oekumenische-energiegenossenschaft.de;

Einen schönen Frühsommer, viel Rückenwind für alle Ihre Bemühungen, zu Hause, im Betrieb oder in Kommune und Kirche eine nachhaltige Entwicklung Praxis werden zu lassen und alles Gute wünscht Euch/Ihnen

Herzlichst

Ihre ÖEG, im Mai 2011

Die Sonne scheint – die Generalversammlung kommt

Heute am 18.April scheint über ganz Deutschland dis Sonne. Der Ertrag lag – laut www.sma.de – bundesweit um 13:30 Uhr  bei 12,8 Gigawatt Solarstrom. Das entspricht mehr als der Hälfte der Leistung aller deutscher AKWs(auch der abgeschalteten) und fast 20 % der Tageslastkurve in Deutschland.

Bisher ging der Ausbau der Erneuerbaren viel schneller als jeweils prognostiziert. Und wenn jetzt noch kräftig gespart wird, die Netzkapazitäten besser ausgenutzt (und leicht ausgebaut) werden und zusätzlich Blockheizkraftwerke und Speicher gebaut werden, ist 100 % nicht mehr in weiter Ferne. Hierzu wird Dr. Harry Lehmann, Leiter des Fachbereichs Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien direkt vor unserer Generalversammlung referieren. Interessenten sind dazu gerne eingeladen.Termin ist der 30. April 14:00. Der noch vorläufige und erst noch zu beschließende Prüfbericht zur Generalversammlung findet sich auf unserer Download-Seite. Nochmal zur Sonne: Das Jahr 201meint es bisher gut mit der ÖEG in Sachen Solarerträge. Wir haben schon fast 1/3 der Jahresernte „eingefahren“. Da derzeit viel über Strompreise und die Kosten der Energiewende zu lesen ist, ist die von  Greenpeace in Auftrag gegebene Studie interessant, nach der – unter Einrechnung aller Kosten – schon heute Wind – und Wasserkraftstrom billiger sind als Kohle- und Atomstrom (siehe unter Downloads).

Und noch zwei Tipps: Morgen Dienstag kommt im Deutschlandfunk von 19:15 bis 20:00 eine Radiosendung über die Schönauer Stromrebellen, die uns ja auch als Genossenschaft – bei jedem Stromwechsler unterstützen  – und bitte dran denken, die (Bio-) Ostereier (lieber eins weniger) entweder im Eierkocher oder – wenn möglich schon mit solar- vor erwärmtem Wasser kochen(Deckel drauf).

Vorstand und Aufsichtsrat freuen sich über eine volle Genossenschaftsversammlung 2011 (bitte kurz das Kommen per mail ankündigen) und wünschen ein gesegnetes Osterfest, das ja immer auch tröstlich dafür steht, dass notwendige Veränderungen auch auf uns zu kommen.



Eine grünrote Landesregierung braucht das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger

Wer  hätte das gedacht! Die Freude über den Regierungswechsel und die spürbar wachsende Veränderungsbereitschaft in der Bevölkerung machen Hoffnung auf einen baldigen Ausstieg aus Atom und Kohle sowie auf mehr Tempo bei den  Erneuerbaren. Zum Dranbleiben braucht es eine breite Vorschlags- und vor allem Umsetzungsbewegung auf institutioneller, kommunaler wie Landesebene. Und es braucht eine Zivilgesellschaft die kräftig Energie spart, zu grünen Stromanbietern wechselt, in Effizienz, Sonne und Wind investiert und die Politik auf allen Ebenen „treibt“.

Es wird in diesen Tagen angesichts der Intensivierung des Ausbaus von Windkraft (in BaWue von 360 auf 2500 und mehr),Wasserkraft und Reststoff-Biomassenutzung in den Medien viel diskutiert über die Naturverträglichkeit der Erneuerbaren Energien und über die in Zukunft nötige (Netz-) Infrastruktur (Energie, Wasser, Kommunikation), die vielfach in privater Hand und nicht in der der Allgemeinheit ist. Wer sich hier weiter informieren möchte, kann dies auf zwei thematisch unterschiedlichen Tagungen der Evangelschen  Akademie tun:

Zur natürlichen Begrenzung erneuerbarer Energien: Vortrag von Dr. Harry Lehmann, Leiter des Fachbereichs Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien des Umweltbundesamtes am 29.April 19:00 (Programm auf anfrage über jobst.kraus@ev-akademie-boll.de;  und:

Die Zukunft der öffentlichen Netzinfrastruktur – Energie, Wasser und Breitbandkommunikation zwischen Wettbewerb und Regulierung vom 18. bis 19 Mai 2011 Nähere Informationen siehe : http://www.ev-akademie-boll.de/index.php?id=142&tagungsid=451011

Fukushima macht eine Wende nötiger denn je

Erschüttert und betroffen sind wir im Angesicht der dreifachen Katastrophe in Japan. Das Leid der Menschen, die Folgen von  Erdbeben und Tsunami sowie die Hilflosigkeit im Umgang mit der vermutlich sich noch zuspitzen werdenden atomaren Katastrophe von Fukushima wecken Mitgefühl für die Menschen in Japan und Zweifel an der bisher global vertretenen Energiepolitik. Weder  Harrisburg noch Tschernobyl haben der Hybris wie den wirtschaftlichen Interessen – Hauptmotiv Laufzeitverlängerung –  Einhalt geboten. Die Ferne Japans verleitet dazu auf die Sicherheit deutscher AKWs  und mögliche Versorgungsengpässe zu verweisen, um Fehlinvestitionen in Hochrisikotechnologien so lange wie möglich als Renditebringer zu nutzen. Dabei zeigt sich, dass das Abschalten der Alt-AKWs ohne weiteres möglich ist, schon heute an manchen Tagen über 25 % des Stroms erneuerbar bereitgestellt wird( PE Solarstromeinspeisung) und ein sehr viel schneller Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist. Dass in Baden-Württemberg bei einer Lastkurve im Stromverbrauch von 6.500 Megawatt schon heute im Sommer   bis zu 2.300 MW Solarstrom eingespeist werden, zeigt, was möglich ist, wenn – wie bisher – Privatleute, Unternehmen und Genossenschaften weiter dezentral erneuerbar aktiv sind. Studien des Freiburger Ökoinstituts und ein Interview mit  Dr. Joachim Nitsch machen deutlich, dass eine rasche Energiewende  möglich ist( „Schneller Ausstieg aus der Kernenergie Ökoinstitut 2011-008-de“ und „Bis 2020 raus aus der Kernenergie„). Wenn die Bevölkerung dies ihrerseits aktiv unterstützt, ist eine Wende im Interesse von Atomausstieg und Klimaschutz sehr viel eher und leichter möglich. Jeder kann den Atomausstieg selbst in die Hand nehmen, in dem er wo es geht Energie spart(z.B.Standby vermeidet, überflüssigen Verbrauch abstellt oder  in LED- Beleuchtung investiert), zu einem grünen Stromanbieter wechselt (die ÖEG schickt gerne Wechselinformationen zu), in Erneuerbare investiert und eine Politik wählt, die Rahmenbedingungen für eine fossil- wie atomfreie Energiezukunft möglich macht. Die Katastrophe darf nicht wieder vergessen werden, wie nach 1986 als der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende  Erwin Teufel unmittelbar nach der  Atomkatastrophe von Tschernobyl vor dem Landtag folgendes ausgeführt hat:
”die Weichen für Alternativen zur Kernkraft müssen heute gestellt werden und nicht erst im Jahr 2000. Jetzt muss erforscht werden und entwickelt werden, was später in Serie genutzt werden soll. Die Zukunft gehört nicht der Kernkraft, weil kein Mensch mit so großen Risiken leben will, wenn es risikoärmere, gefahrlosere Arten der Energieerzeugung gibt.”

Aktion „Zwei aus jeder Gemeinde“

Die Ökumenische Energiegenossenschaft Baden-Württemberg e.G. (ÖEG) hat sich zum Ziel gesetzt, auf kirchlichen Dächern und im Bereich kirchlicher Liegenschaften in Baden-Württemberg möglichst viele erneuerbare Energieanlagen (Photovoltaik, Biogas, Wind- und Wasserkraft) zu installieren. Seit unserer Gründung im November 2009 haben wir zwei Photovoltaikanlagen mit insgesamt 60 Kwp errichtet.

Im Jahr 2011 werden wir unser Engagement auf eine breitere Basis stellen und unser Anliegen in möglichst vielen Kirchengemeinden in Baden-Württemberg bekannt machen.
Dazu brauchen wir Ihre Hilfe!

„Wo das Reden zum Tun führt, bin ich richtig“

Wir wünschen uns Multiplikatoren, die unsere Idee weitertragen, die selbst bereit sind sich aktiv und durch Beteiligung an der Genossenschaft in diese Arbeit einzubringen. Unsere Vision ist es, aus jeder Kirchengemeinde in Baden-Württemberg mindestens zwei Mitglieder zu gewinnen. Diese sollten sich jeweils vor Ort als Organisatoren einer energetischen Wende verstehen und die vorhandenen „Erneuerungskräfte“ in ihrer Gemeinde aktivieren.

Über die Bedingungen einer Mitgliedschaft sowie über Rechte und Pflichten die sich daraus ergeben informiert die „Kurzinformation zur Satzung der ÖEG“.

Neben dem Bau und Betrieb von PV-Anlagen werben wir für einen bewussten Umgang mit Energie, beraten Kirchengemeinden und motivieren diese aktiv in ein Energiemanagement und in die Initiative „Der Grüne Gockel“ einzusteigen. Mit über 500 Millionen kWh Stromverbrauch p.a. haben die Kirchen in Baden-Württemberg ein großes Potential zur Energieeinsparung und auch eine große zu substituierende Strommenge.

Haben Sie Interesse, Fragen, Anregungen? Wünschen Sie weitere Unterlagen, möchten Sie unseren Flyer in ihrer Gemeinde auslegen oder wollen Sie Mitglied werden? Sie können uns auch gerne in Ihre Kirchengemeinde/Einrichtung einladen zu Fragen praktischen Klimaschutzes und dem genossenschaftlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an.
Über Ihr Interesse freuen wir uns!

Neues aus der ÖEG: MV, 100 % Erneuerbare, Demo etc.

Aus dem Newsletter Nr. 4:

– Mitgliederversammlung 2011 – zum Vormerken für Mitglieder und Interessenten am 30. April

– Bis Ende Juni möchten wir noch zwei bis drei weitere PV–Anlagen realisieren. Wenn die Projekte zustandekommen, reichen unsere Rücklagen bei weitem nicht aus. Deshalb unsere große Bitte:  neue Genossenschaftsmitglieder zu werben oder selbst die eigenen Anteile aufzustocken.

Aktion „2 aus jeder Gemeinde“

Weitere interessante Energie-Termine: am 5.März findet in der Akademie eine Tagung statt zu dem Engagement von Kommunen und Regionen 100 % erneuerbar zu werden: http://www.ev-akademie-boll.de/index.php?id=142&tagungsid=610511; und am 12. März organisieren Umweltverbände eine 45 km lange Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart: www.erneuerbarestattatom.de;

– aktuell hat das Umweltbundesamt daraufhingewiesen, dass der Strom aus erneuerbarer Energieerzeugung auch zur Verbilligung beiträgt und zu positiven volkswirtschaftlichen Effekten.

– und wer bietet mehr? – neues Fahrrad zu ersteigern.

Nicht vergessen: am 27. März ist Landtagswahl (siehe anbei).

Wer sich für den vollständigen Text interessiert bitte unter Newsletter sich anmelden.

Allen Mitgliedern und Interessenten ein sonniges Frühjahr.

Im Namen des Vorstandes

Jobst Kraus

Gesegnete Weihnachten und ein nachhaltiges Jahr 2011

Liebe Mitglieder der Ökumenischen Energiegenossenschaft,

während es draußen schneit und die Verhältnisse etwas langsamer gehen und auch bei zugeschneiten PV- Anlagen die Stromeinspeisung zum Erliegen kommt, ist noch vieles im alten Jahr zu erledigen.

Vor einigen Tagen hatten wir eine Vorstandssitzung u. a. auch zur Planung des nächsten Jahres. Auch wenn manches im Herbst 2010 zeitlich nicht zu bewerkstelligen war, sind wir mit der Mitgliederentwicklung (139), der Summe der Anteile (264.600 €)  und den zwei Anlagen in Bad Boll und in Esslingen sehr zufrieden.

Beide Anlagen können Sie bei ihrer automatischen Sonnenernte verfolgen: unter  „Projekte“ bei den beiden Anlagen „solarlog“ anklicken. Neben dem Tagesertrag können Sie auch die zurückliegenden Tage im Blick auf den Solarertrag verfolgen.

Die Südflügelanlage ging fast genau vor einem Jahr an das Netz und hat seither etwas über 32.000 kWh erzeugt, was dem Jahresverbrauch von 10 sparsamen Familien entspricht. Pro Kilowatt Leistung sind dies 1001 kWh Strom. Das ist besser als gedacht, zumal wir 3 schöne Sonnentage wegen einem Wechselrichterausfall „verpasst“ hatten.

Wir freuen uns, dass uns als ÖEG mittlerweile einige Dächer angeboten werden – von Kirchengemeinden aber auch von diakonischen Einrichtungen. Entsprechend sind wir weiter auf neue Mitglieder und weitere Anteile angewiesen, damit wir im kommenden Jahr auf jeden Fall drei weitere Anlagen realisieren können.

Einen herzlichen  Glückwunsch an die Elektrizitätswerke Schönau, die vor wenigen Tagen ihren 100.000 Kunden begrüßen durften (www.ews-schoenau.de). Jeder Wechsel zur EWS stärkt die Bürgerenergie – und kommt indirekt auch der ÖEG zu gute(Gestempelte Wechselanträge bei uns anfordern).

Zum Vormerken. Am 2.April 2011 um 14:00 Uhr findet unsere nächste Generalversammlung statt. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Im Namen des Vorstandes bedanke ich mich für Ihre vielfältige Unterstützung und wünsche ich Ihnen nun gesegnete Weihnachten und ein gutes Neues Jahr mit den notwendigen nachhaltigen Veränderungen.

Herzlichst Ihr

Jobst Kraus

Unsere zweite Anlage – ÖEG-ES SUN 2 – ist am Netz

Seit Donnerstagabend ist unsere zweite PV – Anlage  auf dem Dach des Tagungshotels Evangelisches Waldheim in Esslingen-Jägerhaus in Betrieb. Nach Prüfung der Angebote hatte der Vorstand sich angesichts der begrenzten Dachfläche für leistungsstärkere Module (kW pro qm) der Marke Sunpower entschieden. Entsprechend beträgt die Leistung 28,2 kWp. Der durch die Sonnenenergie erzeugte Gleichstrom wird durch 3 Fronius Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt, der zu 100 % in das Stromnetz eingespeist wird. Hierfür bekommt die ÖEG für die nächsten  2o Jahre eine Einspeisevergütung von  0,3405 € je kWh. Die ÖEG dankt der Gesamtkirchengemeinde Esslingen für ihre Bereitschaft, das Dach der ÖEG zur Solarstromerzeugung zu überlassen sowie Herrn Haak, dem Pächter des Tagungshotels für seine bereitwillige und hilfreiche Kooperation. ausgeführt wurden die Installationsarbeiten von der Firma Kirsammer aus Münsingen. Sehr hilfreich war auch die Beratung durch unser Mitglied Martin Schöfthaler, der selbst auf seinem Dach  sehr positive Erfahrungen mit diesen Modulen gesammelt hatte. Wir erwarten einen jährlichen Sonnenertrag zwischen 26 und 28.000 kWh. Dies bedeutet eine jährliche CO2 Einsparung von ca. 19 Tonnen Kohlendioxid.  In Kürze wird auch der Datenlogger in Betrieb genommen, so dass der Solarertrag auch über unsere Internetseite einzusehen ist. Um die positive Bilanz des ersten Jahres weiter fortzusetzen suchen wir weiter neue Genossenschaftsmitglieder.