Wir müssen zulegen – beim Energiesparen und bei den Erneuerbaren – in Deutschland und als ÖEG – und wir freuen uns über neue Gesichter

Liebe Mitglieder, liebe Genoss*innen,

Sie hatten alle hoffentlich einen erholsamen Sommer und sind gesund geblieben. Das lachende Auge: Die Sonne hat uns alle und die Genossenschaft verwöhnt. Das „weinende“ Auge bemerkt die Auswirkungen des Klimawandels und den fehlenden Regen. Die Prognose für unsere PV-Anlage auf dem Dach des Südflügels der Ev. Akademie Bad Boll für das Jahr 2020 liegt bei 1.218 kWh/kWp. Nur 2011 hatten wir ein besseres Ertragsjahr mit 1250 kWp. Zum Vergleich: Bei der Kalkulation von neuen Anlagen rechnen wir mit 950 kWp. Und so sieht das bisherige Ertragsjahr von SUN 1 von Januar bis September aus. Die „bildsprengende“ Säule für Juli zeigt einen Monatsertrag von 5.552 kWh. Die roten Markierungen zeigen die monatlich erwartbaren Werte. Zu sehen auf der Homepage unter SUN 1 Jahresertrag 2020. So können wir für 2020 Brutto-Einnahmen für diese Anlage in Höhe von 19.000 € erwarten, was angesichts der Investitionskosten von 137.000 € brutto sehr gut ist. Mittlerweile sind die Rahmenbedingungen längst nicht mehr so gut. Heute rechnen sich reine Einspeise-Anlagen kaum mehr und wir müssen versuchen, die Anlagen zur Eigenstromnutzung vermieten oder direkt den erzeugten Solarstrom an den Immobilienbesitzer verkaufen. Aber auch dies rechnet sich nur bei größeren Dächern und einem entsprechenden Strom-Verbrauch unter den Dächern. So wartet die ÖEG auch weiterhin auf bessere Zeiten mit hilfreichen Rahmenbedingungen, mehr Unterstützung seitens der Kirchen und weniger Bürokratie.

So sollte es weiter geht – auch wenn es in Pandemie-Zeiten schwierig mit Großdemonstrationen ist

Vom 20. bis 27. September 2019 fand die internationale Klimawoche statt, die die Fridays for Future bundesweit ausgerufen hatte: www.fridaysforfuture.de;  Viele Menschen – jung und alt  – haben sich beteiligt. Vielleicht war die eine oder der andere von Ihnen am letzten Freitag unterstützend dabei. Das deutsche Klimakabinett hat über ein Klimaschutzgesetz beraten und in New York City fand ein Sonderklimagipfel der Vereinten Nationen statt. Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat am letzten Sonntag anlässlich des 75 jährigen Akademie-Jubiläums betont, dass der Klimawandel seiner Meinung nach die größte Herausforderung ist, die ihm manchmal schlaflose Nächte bereite. Siehe Live-stream: https://www.youtube.com/watch?v=1jJiJibRGME;  Tenor der Festreden war u.a. auch, dass  zwar der Diskurs in Transformationszeiten notwendiger denn je sei, aber dass sich daran das Handeln anschließen müsste.

  Energiewende, Mobilitätswende – kleine Schritte sind überall möglich. In Baden-Württemberg wurde gerade eine Mobilitätswende-Allianz gegründet, die auch um praktische wie finanzielle Unterstützung bittet: https://mobilitaetswende-bw.de/;

Am 23. September hat das Bundeskabinett den EEG-Gesetzesentwurf beschloßen, der nun noch durch den Bundesrat muss. Im Zentrum der Forderungen der Petitionen des  Bündnis Bürgerenergie und des Solarenergie-Fördervereins Deutschland in Kooperation mit WeAct, der Petitionsplattform von Campact, sowie des Umweltinstituts München stehen wesentlich höhere jährliche Ausbauziele für die Solarenergie, eine bundesweite Solaranlagenpflicht für Neubauten und bessere Bedingungen für Bürgerenergie. Beide Petitionen werden von dem anerkannten Energiewende-Experten Professor Volker Quaschning unterstützt: „Viel zu lange schon bremst die Bundesregierung den Ausbau von Solarenergie und Windkraft aus und legt der Bürgerenergie Steine in den Weg“, so Professor Volker Quaschning, Energiewende-Experte und Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. „Dabei sind es die Bürgerinnen und Bürger, die bisher am meisten in den klimafreundlichen Umbau unserer Energieversorgung investiert haben.“

Die Deutsche Gesellschaft für Solarenergie schreibt in ihrer Stellungnahme: „Im Entwurf des EEG 2021 wird anerkannt, dass Deutschland vor 2050 treibhausgasneutral sein muss. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen ist das aber schon vor 2040 notwendig. Technisch ist das möglich und muss schnellstmöglich umgesetzt werden. Die immer weiter steigende Komplexität des EEG sowie die immer höher aufgebauten Hürden erschweren es Prosumern, Energiegenossenschaften, aber auch dem Gewerbe immer mehr, ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Energiewende in den vergangenen Jahren gerade von diesen gesellschaftlichen Gruppen geschultert wurde.“

Derzeit haben wir viele Schubladenprojekte, u.a. auch mit einer größeren Anlage von 99 kWp und so hoffen wir die Zubau-Säulen wieder mit nach oben zu bringen. Als ÖEG versuchen wir so weiter dem Motto zu folgen „Macht die Dächer voll“. Und dabei haben wir immer eine starke Unterstützung:

Seit September 2018 – damals noch unverheiratet – hat uns Sebastian Edel als technische Assistenz im Vorstand der ÖEG sehr kompetent, kreativ und engagiert unterstützt. Nun ist Sebastian Edel am 15. Juli für ein Jahr in Elternzeit gegangen. Wir sind ihm sehr dankbar für das, was er in diesen zwei Jahren für die ÖEG geleistet hat. 23 in Planung befindliche Projekte zwischen Mannheim und Ulm, Wilhelmsdorf und Schwäbisch Hall sprechen eine eindeutige Sprache. Dabei gibt es viele Hürden bei der Umsetzung der Projekte (allen voran das aktuelle Erneuerbare Energiegesetz EEG) und bei der Gewinnung von Kooperationspartner*innen. Oft sind diese anfangs „Feuer und Flamme“, die Sonnenenergie vom Himmel zu holen, jedoch scheitern immer wieder Vorhaben am Denkmalschutz, an zu hohen Renditeerwartungen oder an der notwendigen Überzeugungsarbeit in Gremien. Deshalb auch vielen Dank für das kommunikative unermüdliche Dranbleiben. Wir wünschen Sebastian Edel und seiner Frau Astrid Edel alles Gute zur Geburt ihres Sohnes Micha und viele neue interessante Erfahrungen in der Elternzeit.

Wir sind sehr froh, als Elternzeitvertretung für die Zeit bis Juli 2021 Gregor Roller gewonnen zu haben. Er wird ähnlich wie Sebastian Edel als technische Assistenz in Teilzeit arbeiten. 1988 in Filderstadt geboren, hat Gregor Roller in Trondheim/Norwegen und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Regenerative Energien studiert und schließt dieses Studium demnächst mit einem Master ab. Vor seiner Studienzeit hat Gregor Roller eine Tischler-Lehre absolviert. Gregor Roller wird in Aichhalden wohnen, viel im Homeoffice arbeiten und von dort aus neue wie auch alte Projekte besuchen.

Wir hoffen sehr mit Gregor Roller in ähnlicher Weise einen Glücksgriff zu machen wie mit Sebastian Edel. Wenn es „Projekte regnet und die Sonne vom Himmel brennt – und die Kirche sich der ÖEG bedient, um die überfällige Energiewende zu realisieren, könnte es dann im Herbst 2021 vielleicht auch Arbeit für 2 Personen geben.

ÖEG Vorstand und Aufsichtsrat wünscht Gregor Roller einen „sonnigen Start“ und freut sich auf eine wechselseitig bereichernde Zusammenarbeit. Ab sofort ist Gregor Roller erreichbar unter: g.roller@oeeg.de; und telefonisch unter 0151-12477344.

Herzliche bedanken möchten wir uns auch bei Karin Zomer, die für die ÖEG in unserem Bad Boller Büro sehr engagiert gearbeitet hat und für Sie alle wie auch für Interessent*innen eine sehr freundliche Ansprechpartnerin war. Karin Zomer ist umgezogen und arbeitet für die Akademie weiter im Homeoffice, was aber dann eine Anwesenheit in unserem Büro unmöglich macht.

Wir haben uns intensiv um eine Nachfolge gekümmert und freuen uns nun mit Kristin Tomaschko eine engagierte Nachfolgerin gefunden zu haben, die ebenfalls an der Akademie. Sie wird nunmehr zweimal in der Woche im ÖEG Büro anwesend sein, und zwar dienstags und mittwochs jeweils von 13:30 bis ca. 15 Uhr. Ihre Mailadresse lautet: k.tomaschko@oeeg.de; Die Telefonnummer ist unverändert die: 07164-79-216.

In der Mitgliederverwaltung unterstützt uns künftig Bernd Gillardon, den wir im nächsten Newsletter näher vorstellen werden.

Allen Dreien – Bernd Gillardon, Kristin Tomaschko und Gregor Roller – wünschen wir alles Gute und viel Rückenwind für ihre Arbeit.

Die für den 17. Oktober in Bad Boll geplante Genossenschaftsversammlung muss in den November verschoben werden. Am ursprünglichen Termin konnten wir nicht festhalten, weil der Gemeindesaal der Herrnhuter nur mit maximal 20 Personen belegt werden kann und zwei unserer Vorstände aus persönlichen Gründen verhindert sind. Sobald der November -Termin steht, geben wir umgehend Bescheid.

Bleiben Sie gesund – und widerständig – und vielleicht sehen wir uns im November

Herzlichst Ihre/Eure ÖEG’ler im September/Oktober 2020

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