Newsletter Nr. 56 – April 2026

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

während Kriege und Zerstörung und eine menschenverachtende Politik autokratischer Herrscher weltweit uns oft ohnmächtig und verzweifelt zurücklässt, die Angst um unsere Lebensgrundlagen, die wir selbst mit bedrohen, indem wir zum Klimawandel und zum Sterben der Arten beitragen, wächst, gibt es hin und wieder auch Lichtblicke und Hoffnungsschimmer durch mutige Aktionen der Zivilgesellschaft, durch Menschen, die nicht zuschauen, sondern handeln und verändern wollen. Es sind Menschen, die sich nicht damit abfinden, dass die Welt bleibt, wie sie ist, die nicht akzeptieren wollen, dass Ungerechtigkeit, Leid, Gewalt, und Tod den Alltag von Menschen weltweit dominieren. Die Jahreslosung für 2026 „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5) drückt diese Sehnsucht nach Veränderung aus. In der Jahreslosung schwingt die Hoffnung nach einer Welt mit, in der nicht das Recht der Stärkeren zählt, sondern in der Recht und Gerechtigkeit stark sind und alle daran teilhaben können. Sie verweist auf die Spannung zwischen dem, wie es sein sollte, und dem, wie es tatsächlich ist. Diese Sehnsucht nach Erneuerung auch Praxis werden zu lassen, nimmt uns niemand ab, wir sind selbst gefragt und können uns wechselseitig dazu ermutigen.

Hierzu passt auch der Satz des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte“. Es geht um Erneuerung und um Erneuerbare, um Veränderungsprozesse in unserer Energie- und Mobilitätskultur. Allein ein Tempolimit in Deutschland würde mehr als 6 Mio. Tonnen CO2 einsparen – und unsere Gesellschaft weniger abhängig machen von der Belieferung mit fossiler Energie. Und die weiterhin galoppierende Klimakrise verlangt eine starke Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren – und da nicht nur von Wind- und Photovoltaik, sondern auch von Speichern und Netzen – und nicht wie die amtierendeWirtschaftsministerin Frau Reiche diesen Ausbau durch Auflagen abzuwürgen. Nicht nur, aber auch die Kirchen könnten mit ihren Gebäuden, vor allem mit ihren Dächern, den notwendigen Ausbau beschleunigen.

Das Foto zeigt die katholische Nikolaus Kirche in der Wera Str. in Stuttgart noch vor der Einrüstung, das obige Foto mit der fast fertig gestellten PV –Anlage mit 66 kWh. In Stuttgart Ost ist St. Nikolaus die älteste katholische Kirche, gebaut ab August 1895 von Baurat Ulrich Pohlhammer, geweiht von Bischof Paul Wilhelm von Keppler kurz vor der Jahrhundertwende im Jahr 1899. Die neogotische Kirche brannte im Krieg aus und wurde in ihrer heutigen Form wiederaufgebaut. Zuletzt wurde die Kirche in den 1970er Jahren renoviert. Aktuell wird St. Nikolaus zu einer Jugend und Gemeindekirche umgebaut mit der Möglichkeit künftig unterschiedliche Veranstaltungsformate zu praktizieren. Die ÖEG wird nach Fertigstellung der PV-Anlage den Solarstrom über den Netzanschluss im benachbarten Verwaltungsgebäude allen angeschlossenen Verbrauchern zur Verfügung stellen. Die neue Anlage erspart der Atmosphäre im Jahr etwa 23 Tonnen Kohlendioxid (nach der Erhebung des Umweltbundesamtes wurden pro Kilowattstunde des in Deutschland verbrauchten Stroms im Jahr 2024 bei der Erzeugung durchschnittlich 363 Gramm CO2 ausgestoßen).

Fertig gestellt wurde auch eine PV-Anlage (13,2 kWp) auf dem Dach eines ÖEG – Mitglieds in Tübingen.

Auf diesem Dach war auch unser neuer Mitarbeiter Michael Wiedmann schon aktiv für die ÖEG. Hier stellt er sich selbst vor. Das Foto zeigt ihn bei der Arbeit in luftiger Höhe in Tübingen.

„Nach meinem Studium der klassischen Archäologie und Ur- und Frühgeschichte arbeitete ich bis 2021 an der Eberhardt-Karls Universität in Tübingen. Während dieser Zeit und auch danach interessierte mich zunehmend das Handwerk und die handwerkliche Arbeit. Ich sammelte viele Erfahrungen innerhalb verschiedener Gewerke. Ausgehend von der Zimmerei
über Schreinerei, Innenausbau und Landschaftsbau verschlug es mich dann ab Ende 2021 bis Anfang dieses Jahres in den Ofen- und Schornsteinbau. Über Sebastian Edel und einen gemeinsamen Freund wurde ich dann auf die ÖEG aufmerksam. So war ich seit 2023 auch schon an der Umsetzung einiger ÖEG-Projekte beteiligt, vor allem im Bereich der Montage. Nun freue ich mich sehr darauf mit einer halben Stelle ein fester Teil des Teams zu sein und bin dankbar, dass mir die ÖEG die Möglichkeit gibt, an der Energiewende aktiv mitzuwirken.“ Wir freuen uns sehr über diesen neuen Kollegen und wünschen Michael Wiedmann eine gute Zeit bei der ÖEG – und „immer oben bleiben“.

Save the date!
Unsere jährliche Generalversammlung ist am 13. Juni, von 14 – 17 Uhr in Bad Boll

Anteilsübernahme möglich
Und noch etwas: da aus privaten Gründen demnächst einige Mitglieder ihre Anteile
zurückgeben möchten, gäbe es für Interessenten aus unserer Mitgliedschaft die Möglichkeit
diese Anteile zu übernehmen und so bei sich aufzustocken. Interessenten wenden sich bitte
an Bettina Ober (b.ober@oeeg.de).

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest und – wenn Sie haben – schöne Ferien.
Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.


Mit herzlichen Grüßen


Ihre/Eure ÖEG