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Erinnerung an die ÖEG Generalversammlung am 11. September 2021

Liebe Genossinen und Genossen

per E – Mail und per Post haben wir sie vor 2 – 3 Wochen wie folgt eingeladen:

Herzliche Einladung zur Generalversammlung  am Samstag, 11. September 2021 im Südflügel der Evangelischen der Akademie Bad Boll Akademieweg 11, 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Um sich anzumelden müssten Sie uns den mit verschickten Rückmeldebogen zusenden.

Mit herzlichen Grüßen

Jobst Kraus, ÖEG

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In der ÖEG tut sich was



Liebe Mitglieder, liebe Genoss*Innen,

wie schon im letzten Newsletter angekündigt haben wir unsere Generalversammlung, die über den Jahresabschluss 2020 befindet, Wahlen abhält und Perspektiven der ÖEG diskutiert, aus Pandemiegründen auf den Herbst verschoben. Termin ist der 11. September 2021 um 14 Uhr in der Ev. Akademie Bad Boll. Wir beginnen um 14 Uhr und bemühen uns gerade noch um einen interessanten inhaltlichen Beitrag, der angesichts der globalen wie nationalen Dringlichkeit, die notwendigen Veränderungen zur Erleichterung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland und auch in Baden-Württemberg deutlich macht. Die Veranstaltung wird um 17 Uhr zu Ende sein. Sie werden noch eine gesonderte Einladung mit detaillierter Tagesordnung samt Rückmeldebogen erhalten.
Bitte schon mal den Termin reservieren. Gerne können Sie dann Ihre Stimme jemandem anderen übertragen (mit bis zu 2 weiteren Stimmen ist dies möglich).

Bei der Generalversammlung werden sich – zu unserem großen Leidwesen – zwei Vorstände verabschieden. Für die beiden frei werden Arbeitsbereiche Organisation und Finanzen sind wir auf der Suche nach zwei neuen Vorstandsmitgliedern. Entsprechend suchen wir zwei – gerne auch junge – Kolleg*Innen mit Faible für Schöpfungsbewahrung und Energiewende und Kenntnissen in den Bereichen Organisation (Mitglieder, Personal) und Finanzen/Betriebswirtschaft (für Buchhaltung haben wir jemanden und für Bilanz und G und V einen Steuerberater). Hilfreich wäre als Wohnort die Region Stuttgart – auch wenn wir viel über Telefonkonferenzen oder Online-Sitzungen erledigen können.

Wie im letzten Newsletter mitgeteilt, haben Vorstand und Aufsichtsrat nach eingehenden Überlegungen beschlossen Gregor Roller, der in der Elternzeit von Sebastian Edel diesen sehr gut vertreten hat, über den Sommer hinaus weiter zu beschäftigen. Seit letzten Montag, den 26. Juli, arbeiten Sebastian Edel und Gregor Roller im Team an der Planung und Umsetzung von neuen ÖEG- Projekten. Und da stehen uns im Herbst einige ins Haus. Je nach Region ist die Federführung unterschiedlich. Für Stuttgart/Tübingen/Göppingen/ Ulm ist Sebastian Edel federführend tätig.  Mannheim/Karlsruhe und Oberschwaben/Bodenseebearbeitet Gregor Roller.

Bei unserer neuesten PV-Anlage in der Gartenstadt in Stuttgart-Untertürkheim wurde die Zusammenarbeit schon praktisch bei der Realisierung der Anlageerprobt, so dass es derzeit die Überlegung gibt, bei weiteren Anlagen eine Kooperation mit einem Solarteurbetrieb von Anfang an zu versuchen. Die Materialbeschaffung und Endabnahme käme dann vom Fachbetrieb.

Am 28. 6. Wurde die Anlage in der Barbarossastr. provisorisch in Betrieb genommen. Dies hat Auswirkungen auf den für die Einspeisevergütung relevanten Monat, in diesem Fall ist es der Juni, auch wenn aufgrund von Materialknappheit (Zähler) wir noch auf die dauerhafte Einspeisung warten müssen. Die Anlage auf dem Pfarrhaus- und Gemeindehausdach hat 20 kWp und beliefert den direkt angrenzenden Kindergarten mit Solarstrom. Es ist damit unsere 22. ÖEG – Anlage. Unser herzlicher Dank geht auch an alle Akteure, die Firmen Allabar, Bastizi und die engagierten Mitglieder der Kirchengemeinde, besonders Uwe Gerstenberg, Eberhard Wagner und Reinhard Ertl.

Damit haben wir als ÖEG 557 kWp auf kirchlichen Dächern installiert mit einer durchschnittlichen Solarstromerzeugung von über einer halben Million Kilowattstunden. Und es werden in diesem Jahr noch einige Anlagen dazukommen – so hoffen wir.

Dies ist auch dringend notwendig angesichts des galoppierenden Klimawandels und seiner Auswirkungen. Dringend geboten sind der weitere Ausbau der PV – und Wind-Stromerzeugung – da sind wir dran, so gut wir können – aber auch eine neue sparsame Energiekultur. Der Ausbau allein wird nicht reichen. Speziell angesichts steigender Stromverbräuche für E – Fahrzeuge, Wärmepumpe und Digitalisierung. Viele schielen schon auf Wasserstoffimporte aus nordafrikanischen Ländern, die zuerst erneuerbaren Strom für sich selbst brauchen und dann auch das knappe Wasser für die Produktion von Wasserstoff hergeben müssen.

Welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere Stuttgarter Region haben könnte, zeigt ein interessanter SWR Beitrag von Philipp Pfäfflin: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/so-heiss-ist-es-im-jahr-2035-in-ludwigsburg-100.html;

Und heute (29.Juli 21) ist der globale Overshoot-Day: Jedes Jahr findet der „Erdüberlastungstag“ früher statt. 2021 haben wir die natürlichen Ressourcen, welche die Erde in einem Jahr aufbaut, mit dem heutigen Tag aufgebraucht. Im Corona-Jahr 2020 hatte es eine kurze Atempause gegeben, die ist vorbei. Der Erdüberlastungstag findet 2021 fast einen Monat früher statt als im ersten Corona-Jahr 2020, als die Wirtschaft deutlich heruntergefahren worden war. Mit dem 29. Juli als Stichtag schließt der weltweite Verbrauch wieder an die Zeit vor Corona an.

Deutschland selbst macht bereits bei der Natur seit dem 5. Mai Schulden. Deutschland als Industrienation schneidet damit im globalen Vergleich schlecht ab.

Der Earth Overshoot Day lenkt jedes Jahr das Augenmerk auf natürliche Ressourcen, die so schnell nicht nachwachsen können, wie sie jedes Jahr verlorengehen. Dafür berechnet die Organisation „Global Footprint Network“ den „ökologischen Fußabdruck“ einzelner Länder. Dazu wird die Biokapazität der Erde, also die Fähigkeit unseres Planeten, Ressourcen zu produzieren oder wiederherzustellen mit dem Verbrauch der Ressourcen im jeweiligen Land verrechnet. Multipliziert mit der Anzahl an Tagen im Jahr, in der Regel 365, ergibt sich dann, ab welchem Tag die Jahres-Ressourcen unserer Erde aufgebraucht sind. Die Ressourcen der Erde, die in den „ökologischen Fußabdruck“ einfließen sind: Wasser, Holz, fruchtbare Ackerböden und andere Rohstoffe. Aber auch der produzierte Müll und Abgase, insbesondere CO2, spielen für die Bilanz eine erhebliche Rolle. Also auch der Ressourcenverbrauch der mit neuen Anlagen zur erneuerbarer Strom- und Wärmeproduktion tragen dazu bei. Alles ein Grund „Maß zu halten“. Noch 1971 lag der Erdüberlastungtag am 21. Dezember. Da haben wir doch auch gut gelebt. Vielleicht nicht alle Menschen. Umso mehr gilt es den begrenzten Reichtum der Erde fair zu verteilen.

Nicht nur die Natur, sondern auch wir, die wir mit der Natur enger verbunden sind, als wir wahrhaben wollen, brauchen eine Ruhepause.

In diesem Sinne Ihnen allen einen erholsamen Sommer

Ihre/Eure ÖEG’ler im Juli 2021

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„Alles neu macht der Mai..“

Liebe Mitglieder, liebe Genoss*Innen,

der letzte Newsletter vom Dezember 2020 liegt schon sehr lange zurück. Wir sind selbst etwas erschrocken und freuen uns umso mehr Ihnen und Euch Erfreuliches berichten zu können. Der Mai macht doch manches neu. Zumindest für die ÖEG – auch wenn in diesen Pandemiezeiten unsere Sehnsüchte – wie vielleicht die dann folgenden Liedzeilen „macht die Seele frisch und frei – lasst das Haus, kommt hinaus“ gerade nicht oder nur in engen Grenzen in Erfüllung gehen können. Hier ein kleiner Einblick, was sich aus Sicht der ÖEG und für die ÖEG tut:
Vorstand und Aufsichtsrat haben nach eingehenden Überlegungen beschlossen Gregor Roller, der in der Elternzeit von Sebastian Edel diesen sehr gut vertreten hat, über den Sommer hinaus weiter zu beschäftigen. Aus der Argumentation des Aufsichtsrates: „Es besteht Einigkeit darin, dass die aktuelle Projektpipeline solide ist und das Risiko (der Anstellung von beiden Mitarbeitenden auf Teilzeitstellen) tragbar ist. Diese Einschätzung steht auch vor dem Hintergrund, dass der Vorstand die Kostenplanung für den Haushalt 2021 sehr konservativ angesetzt hat. Im Jahr 2019 hatten wir bereits einen Bilanzgewinn von 33TEUR und haben auch in einer kurzfristigen Betrachtung die notwendige Ertragskraft und auf jeden Fall die notwendigen Reserven.“ Vorstand und Aufsichtsrat freuen sich, dass Sebastian Edel nach seiner einjährigen Elternzeit Ende Juli seine Arbeit wieder aufnimmt und schätzen sich glücklich, so junge, kompetente und engagierte Mitarbeiter wie Sebastian Edel und Gregor Roller zu haben, die die Akquisition, Planung und Realisierung der Projekte weiter vorantreiben werden – und sich mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen auch gut ergänzen.
Dass die Kirchen – Kirchengemeinden wir Diakonie – etwas aufgewacht sind, macht sich auch an der Nachfrage nach Kooperationsprojekten bemerkbar. So stehen Investitionen in zwei größere Anlagen auf Dächern evangelischer Schulen an, zwei, vermutlich sogar drei Anlagen, auf Neubauten von Kindertagesstätten und zwei größere Anlagen auf diakonischen Einrichtungen in Höhe von ca. 300.000 € für dieses Jahr an. Dies ist auch notwendig, um das bei der Bank geparkte Geld aus dem bisher nicht realisierten Windpark Länge investiv anzulegen und „arbeiten“ zu lassen. Das Projektbesuche und Verhandlungsgespräche in Pandemiezeiten die Kooperation erschweren ist nicht von der Hand zu weisen. Umso mehr freut es uns, dass es operativ vorangeht.

Von rechts nach links: Frank Kummermehr und Frank Tempke von der installierenden Solarfirma, Janine Hauck, die Leiterin der KiTa und Gregor Roller


Erst letzte Woche konnten wir in Mannheim eine 25 kWp PV -Anlage auf dem Dach der Kindertagesstätte der Ev. Kirche Mannheim (EKMA) in der Rastenburger Str. in Betrieb nehmen, so dass wir jetzt mit der EKMA 6 Kindertagestätten und ein Verwaltungsgebäude mit Solarstromanlagen bestückt haben – insgesamt mit 110 kWp. Mit der EKMA haben wir einen sehr engagierten Kooperationspartner, der sein Klimaschutzkonzept auch praktisch umsetzen will.Rückenwind kommt für die ÖEG auch aus Brüssel und Karlsruhe – und hoffentlich bald auch aus Berlin. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, der oberste Gerichtshof Deutschlands, hatte letzte Woche – am Tag der Inbetriebnahme unserer 21. PV Anlage – verkündet, dass das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung in seiner jetzigen Form Freiheits- und Grundrechte verletzt und damit in Teilen dem Grundgesetz widerspricht. Dieses sensationelle Urteil verpflichtet die Bundesregierung, mehr als bisher für den Schutz des Klimas zu tun. Bis Ende kommenden Jahres muss diese die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 genauer regeln und einen klaren Pfad aufzeigen, wie Deutschland seine Emissionen auf null senken wird. Maßnahmen dürfen nicht länger aufgeschoben werden, denn das gefährdet die Freiheitsrechte heutiger und künftiger Generationen. Entsprechend den neuen EU – Reduktionszielen von 55 % muss Deutschland seine Ziele auf 65 – 70 % erhöhen – und dies bis 2030, also in 9 Jahren. So ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts mehr als ein Meilenstein. Sie wird die Umweltpolitik dieser und der kommenden Bundesregierung – die Bundestagswahl ist im September – entscheidend prägen. Und auch als ÖEG hoffen wir auf bessere Rahmenbedingungen für unser planerisches und investierendes Handeln.

Und nicht nur zum Schluss: in der kommenden Woche findet in Frankfurt vom 13. – 16 Mai der 3. Ökumenische Kirchentag statt. Siehe:  https://www.oekt.de/; Trotzdem können Sie dabei sein – bedauerlicherweise weitgehend nur online. Die Kirchentagslosung heißt „schaut hin (Mk 6,38): Ehrlich hinschauen auf Herausforderungen und Zielkonflikte, auf die Auswirkungen unseres Produzierens und Konsumierens – auf Menschen neben uns, weltweit und die kommenden Generationen. Dies heißt dann aber auch einander vertrauen und gemeinsam für eine enkeltaugliche Zukunft handeln.

Unsere Generalversammlung wird wieder erst im Herbst sein in der Hoffnung, dann live tagen zu können. Und: zu unserem großen Bedauern verlässt uns Kristin Tomaschko, die an der Akademie einen umfangreicheren Arbeitsvertrag erhält bekommt und so aufgrund ihrer familiären Situation für die ÖEG leider keine Zeit mehr bleibt. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Kristin Tomaschko für Ihr Engagement und wünschen ihr alles Gute. Das ÖEG Büro wird erstmal unbesetzt bleiben und von Vorstandsmitgliedern „mitversorgt“. Das Telefon wird dann auf Vorstandsmitglieder umgestellt.

Ihnen und Euch alles Gute in diesen Transformationszeiten – und vor allem: bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Ihre/Eure ÖEG’ler im Mai 2021

Wir müssen zulegen – beim Energiesparen und bei den Erneuerbaren – in Deutschland und als ÖEG – und wir freuen uns über neue Gesichter

Liebe Mitglieder, liebe Genoss*innen,

Sie hatten alle hoffentlich einen erholsamen Sommer und sind gesund geblieben. Das lachende Auge: Die Sonne hat uns alle und die Genossenschaft verwöhnt. Das „weinende“ Auge bemerkt die Auswirkungen des Klimawandels und den fehlenden Regen. Die Prognose für unsere PV-Anlage auf dem Dach des Südflügels der Ev. Akademie Bad Boll für das Jahr 2020 liegt bei 1.218 kWh/kWp. Nur 2011 hatten wir ein besseres Ertragsjahr mit 1250 kWp. Zum Vergleich: Bei der Kalkulation von neuen Anlagen rechnen wir mit 950 kWp. Und so sieht das bisherige Ertragsjahr von SUN 1 von Januar bis September aus. Die „bildsprengende“ Säule für Juli zeigt einen Monatsertrag von 5.552 kWh. Die roten Markierungen zeigen die monatlich erwartbaren Werte. Zu sehen auf der Homepage unter SUN 1 Jahresertrag 2020. So können wir für 2020 Brutto-Einnahmen für diese Anlage in Höhe von 19.000 € erwarten, was angesichts der Investitionskosten von 137.000 € brutto sehr gut ist. Mittlerweile sind die Rahmenbedingungen längst nicht mehr so gut. Heute rechnen sich reine Einspeise-Anlagen kaum mehr und wir müssen versuchen, die Anlagen zur Eigenstromnutzung vermieten oder direkt den erzeugten Solarstrom an den Immobilienbesitzer verkaufen. Aber auch dies rechnet sich nur bei größeren Dächern und einem entsprechenden Strom-Verbrauch unter den Dächern. So wartet die ÖEG auch weiterhin auf bessere Zeiten mit hilfreichen Rahmenbedingungen, mehr Unterstützung seitens der Kirchen und weniger Bürokratie.

So sollte es weiter geht – auch wenn es in Pandemie-Zeiten schwierig mit Großdemonstrationen ist

Vom 20. bis 27. September 2019 fand die internationale Klimawoche statt, die die Fridays for Future bundesweit ausgerufen hatte: www.fridaysforfuture.de;  Viele Menschen – jung und alt  – haben sich beteiligt. Vielleicht war die eine oder der andere von Ihnen am letzten Freitag unterstützend dabei. Das deutsche Klimakabinett hat über ein Klimaschutzgesetz beraten und in New York City fand ein Sonderklimagipfel der Vereinten Nationen statt. Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat am letzten Sonntag anlässlich des 75 jährigen Akademie-Jubiläums betont, dass der Klimawandel seiner Meinung nach die größte Herausforderung ist, die ihm manchmal schlaflose Nächte bereite. Siehe Live-stream: https://www.youtube.com/watch?v=1jJiJibRGME;  Tenor der Festreden war u.a. auch, dass  zwar der Diskurs in Transformationszeiten notwendiger denn je sei, aber dass sich daran das Handeln anschließen müsste.

  Energiewende, Mobilitätswende – kleine Schritte sind überall möglich. In Baden-Württemberg wurde gerade eine Mobilitätswende-Allianz gegründet, die auch um praktische wie finanzielle Unterstützung bittet: https://mobilitaetswende-bw.de/;

Am 23. September hat das Bundeskabinett den EEG-Gesetzesentwurf beschloßen, der nun noch durch den Bundesrat muss. Im Zentrum der Forderungen der Petitionen des  Bündnis Bürgerenergie und des Solarenergie-Fördervereins Deutschland in Kooperation mit WeAct, der Petitionsplattform von Campact, sowie des Umweltinstituts München stehen wesentlich höhere jährliche Ausbauziele für die Solarenergie, eine bundesweite Solaranlagenpflicht für Neubauten und bessere Bedingungen für Bürgerenergie. Beide Petitionen werden von dem anerkannten Energiewende-Experten Professor Volker Quaschning unterstützt: „Viel zu lange schon bremst die Bundesregierung den Ausbau von Solarenergie und Windkraft aus und legt der Bürgerenergie Steine in den Weg“, so Professor Volker Quaschning, Energiewende-Experte und Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. „Dabei sind es die Bürgerinnen und Bürger, die bisher am meisten in den klimafreundlichen Umbau unserer Energieversorgung investiert haben.“

Die Deutsche Gesellschaft für Solarenergie schreibt in ihrer Stellungnahme: „Im Entwurf des EEG 2021 wird anerkannt, dass Deutschland vor 2050 treibhausgasneutral sein muss. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen ist das aber schon vor 2040 notwendig. Technisch ist das möglich und muss schnellstmöglich umgesetzt werden. Die immer weiter steigende Komplexität des EEG sowie die immer höher aufgebauten Hürden erschweren es Prosumern, Energiegenossenschaften, aber auch dem Gewerbe immer mehr, ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Energiewende in den vergangenen Jahren gerade von diesen gesellschaftlichen Gruppen geschultert wurde.“

Derzeit haben wir viele Schubladenprojekte, u.a. auch mit einer größeren Anlage von 99 kWp und so hoffen wir die Zubau-Säulen wieder mit nach oben zu bringen. Als ÖEG versuchen wir so weiter dem Motto zu folgen „Macht die Dächer voll“. Und dabei haben wir immer eine starke Unterstützung:

Seit September 2018 – damals noch unverheiratet – hat uns Sebastian Edel als technische Assistenz im Vorstand der ÖEG sehr kompetent, kreativ und engagiert unterstützt. Nun ist Sebastian Edel am 15. Juli für ein Jahr in Elternzeit gegangen. Wir sind ihm sehr dankbar für das, was er in diesen zwei Jahren für die ÖEG geleistet hat. 23 in Planung befindliche Projekte zwischen Mannheim und Ulm, Wilhelmsdorf und Schwäbisch Hall sprechen eine eindeutige Sprache. Dabei gibt es viele Hürden bei der Umsetzung der Projekte (allen voran das aktuelle Erneuerbare Energiegesetz EEG) und bei der Gewinnung von Kooperationspartner*innen. Oft sind diese anfangs „Feuer und Flamme“, die Sonnenenergie vom Himmel zu holen, jedoch scheitern immer wieder Vorhaben am Denkmalschutz, an zu hohen Renditeerwartungen oder an der notwendigen Überzeugungsarbeit in Gremien. Deshalb auch vielen Dank für das kommunikative unermüdliche Dranbleiben. Wir wünschen Sebastian Edel und seiner Frau Astrid Edel alles Gute zur Geburt ihres Sohnes Micha und viele neue interessante Erfahrungen in der Elternzeit.

Wir sind sehr froh, als Elternzeitvertretung für die Zeit bis Juli 2021 Gregor Roller gewonnen zu haben. Er wird ähnlich wie Sebastian Edel als technische Assistenz in Teilzeit arbeiten. 1988 in Filderstadt geboren, hat Gregor Roller in Trondheim/Norwegen und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Regenerative Energien studiert und schließt dieses Studium demnächst mit einem Master ab. Vor seiner Studienzeit hat Gregor Roller eine Tischler-Lehre absolviert. Gregor Roller wird in Aichhalden wohnen, viel im Homeoffice arbeiten und von dort aus neue wie auch alte Projekte besuchen.

Wir hoffen sehr mit Gregor Roller in ähnlicher Weise einen Glücksgriff zu machen wie mit Sebastian Edel. Wenn es „Projekte regnet und die Sonne vom Himmel brennt – und die Kirche sich der ÖEG bedient, um die überfällige Energiewende zu realisieren, könnte es dann im Herbst 2021 vielleicht auch Arbeit für 2 Personen geben.

ÖEG Vorstand und Aufsichtsrat wünscht Gregor Roller einen „sonnigen Start“ und freut sich auf eine wechselseitig bereichernde Zusammenarbeit. Ab sofort ist Gregor Roller erreichbar unter: g.roller@oeeg.de; und telefonisch unter 0151-12477344.

Herzliche bedanken möchten wir uns auch bei Karin Zomer, die für die ÖEG in unserem Bad Boller Büro sehr engagiert gearbeitet hat und für Sie alle wie auch für Interessent*innen eine sehr freundliche Ansprechpartnerin war. Karin Zomer ist umgezogen und arbeitet für die Akademie weiter im Homeoffice, was aber dann eine Anwesenheit in unserem Büro unmöglich macht.

Wir haben uns intensiv um eine Nachfolge gekümmert und freuen uns nun mit Kristin Tomaschko eine engagierte Nachfolgerin gefunden zu haben, die ebenfalls an der Akademie. Sie wird nunmehr zweimal in der Woche im ÖEG Büro anwesend sein, und zwar dienstags und mittwochs jeweils von 13:30 bis ca. 15 Uhr. Ihre Mailadresse lautet: k.tomaschko@oeeg.de; Die Telefonnummer ist unverändert die: 07164-79-216.

In der Mitgliederverwaltung unterstützt uns künftig Bernd Gillardon, den wir im nächsten Newsletter näher vorstellen werden.

Allen Dreien – Bernd Gillardon, Kristin Tomaschko und Gregor Roller – wünschen wir alles Gute und viel Rückenwind für ihre Arbeit.

Die für den 17. Oktober in Bad Boll geplante Genossenschaftsversammlung muss in den November verschoben werden. Am ursprünglichen Termin konnten wir nicht festhalten, weil der Gemeindesaal der Herrnhuter nur mit maximal 20 Personen belegt werden kann und zwei unserer Vorstände aus persönlichen Gründen verhindert sind. Sobald der November -Termin steht, geben wir umgehend Bescheid.

Bleiben Sie gesund – und widerständig – und vielleicht sehen wir uns im November

Herzlichst Ihre/Eure ÖEG’ler im September/Oktober 2020

Newsletter 30 April 2020: Kämpfen für mehr Klimaschutz – auch in Zeiten von Corona

Liebe Mitglieder, liebe Genoss*innen, auch als ÖEG ist es uns wichtig, auf den Klimastreik von Fridays for Future am Freitag, den 24. April, um 12:00 hinzuweisen:

Denn die Klimakatastrophe droht immer mehr in den Hintergrund zu treten und erste Stimmen werden laut, nach Abflauen der Pandemie auf „reset“ zu drücken und alles wieder hochzufahren, längst beschlossene Maßnahmen (Kohleausstiegsgesetz, CO2 Bepreisung, etc.) zurückzunehmen und der Auto-Industrie, die unabhängig von Corona angesichts gesättigter und fehlentwickelter Märkte sich sowieso der Transformation stellen müsste, mit einer Abwrackprämie auf die Beine zu helfen.

Stattdessen bräuchte es ein Innehalten und ein Anknüpfen an die in der Pandemie gemachten nicht nur einschränkenden sondern auch alternativen Erfahrungen. Die Nachdenklichkeit, dass es so eigentlich mit unserer Produktions- und Konsumweise nicht weiter gehen kann, hat bei vielen zugenommen. Entschleunigung, das Downsizing in der Arbeitswelt, zu Hause und in der Öffentlichkeit wird auch positiv erlebt und die Erfahrung mit weniger auszukommen wie auch der Wiedergewinn an persönlicher Souveränität (wenn auch nicht im direkten Kontakt mit Menschen) ist gewachsen. Denn daran und nicht nur an den erwartbaren Forderungen der Industrie ist anzuknüpfen, wenn es darum geht eine neue- und nicht die alte Normalität zu finden. Wünschenswert wäre, dass diese neue enkeltaugliche Kultur in den Bereichen Ernährung, Mobilität, Energie, Konsum so erstrebenswert wird, dass immer mehr Bürger*innen dafür nötige politische Rahmenbedingungen einfordern – auch im Blick auf uns als ÖEG einen Rahmen schafft, der es erleichtert die Kräfte der Natur zu nutzen.

Dass die Klimakrise nicht haltmacht ist in diesen Tagen mit Sommer- statt Aprilwetter zu erleben. Als ÖEG freuen wir uns über sensationelle Solarerträge, dabei wäre Regen dringend notwendig. In den Gärten vertrocknen die Rosenknospen, die Waldbrandgefahr steigt. Der Dürremonitor der Helmholtz-Klimainitiative zeigt, wie extrem trocken die Böden fast in ganz Deutschland sind mit nicht abzuschätzenden Folgen für die Landwirtschaft. Um zu verhindern, dass Nachrichten wie „Das Eis am Nordpol ist nicht mehr zu retten“ in den Hintergrund geraten, ist es umso wichtiger, dass möglichst viele am Freitag vom Wohnzimmer, dem Balkon oder dem Homeoffice, darauf aufmerksam machen, dass der Klimaschutz trotz der Pandemie keinen weiteren Aufschub erlaubt.

Hinweisen möchten wir Sie auf einen gerade erschienen Artikel aus der Forschungsstätte der Ev. Studiengemeinschaft der EKD in Heidelberg zum Thema „Corona Pandemie und Klimaschutz“, an der auch ein ÖEG Mitglied mitgewirkt hat: Corona-Pandemie-und-Klimaschutz-einige-Anregungen-zur-Diskussion;

Ansonsten sind wir an verschiedenen Projekten dran und würden uns – wie oben als notwendig beschrieben – über mehr kirchlichen Rückenwind freuen: Christians and Churches for Future.

Bleiben Sie gesund – und widerständig

Ihre ÖEGler im April 2020

Hoffnung in schwierigen Zeiten . ÖEG Newsletter 3/2020

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

lange – seit Dezember – haben wir von uns nichts mehr hören lassen – und sind trotzdem nicht untätig gewesen, jetzt mehr oder minder im Homeoffice, vermutlich wie viele unserer Mitglieder auch. In dieser generell schwierigen Situation ergibt sich aber vielleicht auch mehr Lesezeit. Entsprechend ist unser Büro auch nur sporadisch besetzt – und manche Beantwortung von Anfragen verzögert sich etwas. Auch Bitten von Mitgliedern ihre Beteiligung aufzustocken, müssen wir im Moment noch abschlägig beantworten. Wir hätten es gerne anders, aber aus Mangel an großen Projekten benötigt die ÖEG z.Zt. kein Geld, zumal wir Geld aus dem nicht realisierten Windparkprojekt Länge auch wieder zurückholen mussten. Zu dem Projekt Länge warten wir immer noch auf eine Klärung durch das Umweltministerium.

Wir haben einige auch größere Projekte in Planung:
– eine PV – Anlage mit ca. 100 kWp auf einer Behindertenwerkstatt in Schwäbisch Hall;
– drei kleinere Projekte in Ulm;
– weitere Projekte mittlerer Größenordnung in Mannheim, Heidelberg und Kirchheim/Teck
– auf Anregung der ÖEG lässt die Tagungsstätte Löwenstein gerade ein Gesamtenergiekonzept (Gesamtenergiekosten ca. 120.000 € und 500 Tonnen CO2) erstellen – auch mit notwendiger Heizungsanlagenerneuerung und PV  auf den Dächern und an den Fassaden
– und dann gibt es noch einige mögliche größere PV – Anlagen auf Schulen – aber die kirchlichen Verwaltungen tun sich schwer.

Für kirchliche Einrichtungen haben wir auch einen neuen Flyer erstellt, der das Kooperationsangebot der ÖEG an Kirchliche Organisationen konkretisiert. (Institutionsflyer)

Durchschnittstemperatur in D. von 1881 bis 2017

Im Rahmen unserer von Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsamen Klausur Anfang Februar sind wir auch der Frage nachgegangen, wo die Gründe für Untätigkeit und Trägheit liegen, wo doch eigentlich Aufbruchsstimmung angesagt wäre. Siehe dazu die beiden Klausurbeiträge von S. Edel (Beitrag S. Edel) und J. Kraus (Beitrag J. Kraus ) und ein Beitrag aus einer Veranstaltung von Pro Ökumene im Stuttgarter Hospitalhof (Beitrag J. Kraus Pro Ökumene) . Auch in der derzeitigen Corona-Krise ist bei manchen die Haltung zu beobachten „wir wissen es aber wir glauben es nicht“. So ist es vermutlich auch mit der Klimakatastrophe. Gleichzeitig macht die rasche Reaktion der Politik Hoffnung, dass es auch in Sachen Energie – und Ressourcenwende ein Klima-Schutz – Emergency- Programm geben könnte. Denn auch da besteht dringend Handlungsbedarf. Überhaupt wäre es eine Gelegenheit nach dem Abflauen der Corona-Krise nicht wieder zur üblichen Tagesordnung überzugehen und wirklich nachhaltige Produktions- und Konsummuster auf Dauer zustellen.

Hierbei hilft vielleicht ein etwas anderer Blick auf die Corona-Pandemie, der sehr grundsätzlich unsere Produktions- und Lebensweise hinterfragt. Sonia Shah wies in der Beilage der taz vom letzten Freitag (Woher kommt das Coronavirus?, Le Monde diplomatique 3/2020), daraufhin, dass das weltweite Zurückdrängen von Wildtieren durch Abholzung von Wäldern und die zunehmende Ausbreitung der Städte dazu führen, dass Viren eher die Menschen erreichen und Krankheiten auslösen können. Dies alles können wir nicht von heute auf morgen zurückdrehen, aber die Autorin hinterfragt damit unsere energie- und ressourcenintensive Produktions- und Lebensweise, unsere Art des Umgangs mit Tieren und Pflanzen weltweit. Sie lenkt den Blick auf einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung, auf unsere Verantwortung für unsere Mitwelt- für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Noch zwei Informationen:

  • die eine ist zugleich eine Bitte: Sebastian Edel geht von Juli 2020 bis Juni 2021 in Elternzeit. Für diese Zeit suchen wir eine engagierte und kompetente Vertretung (Auschreibung Elternzeitvertretung); . Es wäre uns eine große Hilfe, uns bei der Suche behilflich zu sein
  • die diesjährige ÖEG Generalversammlung wird in der 2. Hälfte Juni stattfinden, wenn sie denn stattfinden kann. Wir fragen gerade beim bwgv nach, ob die GV auch in den Herbst verschoben werden kann.

Bleiben Sie gesund – und sehen wir alle die Krise als Chance und hoffen wir auf Veränderung

Herzlichst Ihre/Eure ÖEG’ler im März 2020

Newsletter 28 – im Dezember 2019

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

seit dem letzten Newsletter sind über zwei Monate vergangen und trotz (kirchen-) politischer Gegenwinde – dies gilt nicht für alle Kooperationspartner – hat sich unsere Anlagenzahl auf 20 erhöht. Die beiden neuen PV Anlagen wurden auf Kindergartendächern in Mannheim installiert. Eine Anlage hat eine Leistung von 9,75 kWp, die andere in der Sporwörthstraße. eine Leistung von 20,15 kWp. Auf dem Foto zu sehen ist die fast fertiggestellte Anlage in der Atzelbuckelstraße:

Atzelbuckelstr.Detail

Wünschen würden wir uns viel größere und rentablere Anlage, aber diese sind eher rar und wenn sind es Anlagen aus dem Bereich diakonischer Einrichtungen und diese sind aus rechtlichen Gründen bei der Einspeisung des nicht genutzten Solarstroms ins allgemeine Netz, sehr zurückhaltend, unternehmerisch tätig zu werden um nicht ihre Gemeinnützigkeit zu gefährden.

Um generell nicht nur um Mitglieder, sondern um Dächer und für die Kooperation mit kirchlichen Trägern zu werben, haben wir einen neuen Flyer entwickelt, den sie gerne an potenziell Interessierte weitergeben können. Dort finden Sie auch Hinweise die Hürde „Angst vor dem Verlust der Gemeinnützigkeit“ zu überwinden, Siehe ÖEG Internetseite unter Downloads (Link zur Datei). Der Flyer geht dieser Tage in Druck. Er soll u.a. darauf hinweisen, dass wir bei größeren PV – Anlagen gerne auch als Stromanbieter auftreten, den erzeugten Sonnenstrom an die jeweilige Einrichtung verkaufen, vielfach zu einem günstigeren Preis als dem Netz-Bezugspreis der Einrichtung. Den überschüssigen Strom verkauft die ÖEG nach EEG Konditionen an den Netzbetreiber.

Wie die von Fridays for future aufgestellte Forderung an die Berliner Politik, endlich aus Trägheit und Untätigkeit aufzuwachen, gilt dieser Appell auch den Kirchen: Sie wissen um die Notwendigkeit und Dringlichkeit des Handelns, und haben weitreichende Absichtserklärungen verfasst. Wir stehen seit 10 Jahren den Kirchen in Baden-Württemberg zur Seite. Unser Eindruck aus der täglichen Arbeit ist, dass sie weiterhin die Augen und Ohren verschließen. Die Kirchen befinden sich in einer Art „babylonischer Gefangenschaft“ in der kapitalistischen Konsumgesellschaft, die nach dem Motto „neben uns die Sintflut“ weiter auf Kosten von Mensch und Natur leben wie wirtschaften. Siehe auch die Thesen zu Klima und Kirche auf der ÖEG Internetseite unter Downloads (Link zur Datei)

Derzeit laufen die Klimaverhandlungen in Madrid. Vorab haben als 11.000 Wissenschaftler, darunter rund 900 aus Deutschland, in einer gemeinsamen Erklärung vor einem weltweiten „Klima-Notstand“ gewarnt. Weltweit haben die CO2 – Emissionen um 0,6 % zugenommen, bedingt durch stagnierendes Wachstum und den Einstieg in den Ausstieg aus der Kohleverstromung in Europa und den USA. Wenn sich das menschliche Verhalten beim Treibhausgasausstoß und anderen den Klimawandel begünstigenden Faktoren nicht grundlegend und anhaltend verändere, sei „unsägliches menschliches Leid“ nicht mehr zu verhindern, heißt es: „Wissenschaftler haben eine moralische Pflicht, die Menschheit vor jeglicher katastrophaler Bedrohung zu warnen“, sagte Co-Autor Thomas Newsome von der University of Sydney. Charles Eisenstein rückt in dem sehr lesenswerten Buch „Klima- eine neue Perspektive“ das Verhältnis des Menschen zur Natur in den Mittelpunkt, das er als Separation bezeichnet. Das Klima ist nicht von der von Pflanzen und Tieren bewohnten Biosphäre zu trennen, sondern das Klima ist ein Aspekt der Biosphäre ist und viel enger mit dem leben verbunden. Er schreibt: „Wir sehen nicht, dass das was wir entwerten und zerstören, Teil von uns selbst ist“. Und so fordert er ein neues Narrativ, wie: dem Lokalen, den Unmittelbaren, dem Qualitativen, dem Lebendigen und dem Schönen neuen Wert zu geben. Er lehnt sich auf gegen die Kommerzialisierung der Natur, dass alles nur unter dem Aspekt der Nützlichkeit betrachtet wird und das, was keinen (finanziellen) Wert hat – ob Natur oder Mensch – nutzlos und überflüssig wird. Wir sollten begreifen, dass manche Dinge nicht messbar sind, aber trotzdem unbezahlbar. Und häufig sehen wir nicht, dass das, was wir entwerten und zerstören ein Teil von uns selbst ist. Und Charles Eisenstein fährt fort, dass „sich der Klimawandel verschlimmern wird – selbst wenn wir es schaffen, den Gebrauch fossiler Brennstoffe drastisch zurückzufahren -, solange wir nicht das Ausgegrenzte, Entwertete und am Rand stehende wieder integrieren…. Dann werden wir die Bedeutung jener Dinge erkennen, denn wir geringe Priorität eingeräumt haben… Dann werden wir vielleicht verstehen, dass alles, was wir irgendeinem Teil der Natur antun, unausweichlich auf uns selbst zurückfällt.“ Weihnachten ist dann vielleicht auch eine gute Zeit darüber nachzudenken, was das Leben lebenswert macht.

In diesem Sinne eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit – als eine Zeit des Innehaltens, Nachdenkens, Neuausrichtens. Jedenfalls wünschen wir Ihnen/Euch – wie uns selbst auch – dass die oft vorherrschende, vorweihnachtliche Hektik irgendwie durchbrochen wird – aus dem eigenen Freundeskreis oder ganz von außen…

Herzlichst Ihre ÖEG’ler im Dezember 2019

September 2019- wird es ein Klimawandelwendemonat?

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

hier unser Newsletter 27: die Sommerferien sind vorbei, es wird herbstlich und auch die Solarerträge nehmen ab. Sie haben sich hoffentlich gut erholt und gehen mit Schwung in den Herbst – wie wir es als ÖEG auch vorhaben. Wir sind in den Ferien als ÖEG schon gut gestartet und haben am 23. August unsere nun 18. PV – Anlage in Betrieb genommen.

Die PV – Anlage mit 28,35 kWp befindet sich auf dem Dach eines Gemeindehauses mit Kindergarten der Lukas- Kirchengemeinde in Freiburg. Es ist also unser südlichstes Projekt. Da eine Eigenstromnutzung im Blick auf die betriebswirtschaftliche Trennung von Kindergarten und Gemeindehaus zu kompliziert geworden wäre, speisen wir fürs erste den Strom nach EEG voll ins Netz ein. Wir haben uns aber vertraglich eine Änderung in Richtung Eigenstromnutzung offengehalten, je nachdem, wie sich das EEG im Herbst verändert.

Im Herbst hoffen wir noch weitere PV-Projekte umsetzen zu können – in Mannheim weitere Kindergärten und in Schwäbisch Hall eine größere Anlage auf einer Werkstatt für Behinderte.

Neben dem dringend notwendigen Zubau an Erneuerbaren ist vor allem auch Energiesparen und Energie-Effizienz angesagt. Wir haben den Wunsch eines Mitglieds im Rahmen der letzten Generalversammlung aufgegriffen. Sebastian Braun hat einen Energiecheck in der Privatwohnung des Genossenschaftsmitglieds durchgeführt und einige Einsparmöglichkeiten identifiziert, wie LED-Lampen statt Halogenbirnen und das Abschalten von unnötigen Standby-Verbrauchern. Umgesetzt könnte dies bei dieser schon recht sparsamen Wohnung eine jährliche Stromeinsparung von ca. 180 kWh erbringen. Die Kosten betragen inklusive Mehrwertsteuer ca. 50 €. Interessenten in der Region Stuttgart können sich gerne melden.

Wie wichtig Klimaschutz ist, unterstreichen auch die Demonstrationen der Jugendlichen im Rahmen von Fridays for Future. FfF rufen weltweit auf zu einem Klimastreik am 20. September: „Unser Aufruf richtet sich an jede Generation – an Kolleg*innen und Arbeitgeber*innen, an Eltern und Nachbar*innen, an Kolleg*innen und Angestellte, an Lehrer*innen und Wissenschaftler*innen, Sportler*innen und Arbeitssuchende, Kreative und Auszubildende – an alle: Am 20.9. findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Pariser Abkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden.“ Siehe auch: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/#post-18396; Auch wenn Sie selbst nicht streiken können, überlegen Sie sich für diesen Tag ein öffentliches Zeichen der Solidarität. Gerade wir älteren ÖEG – Mitgliedern sind aufgefordert, den Generationenvertrag nicht noch weiter aufzukündigen und –   speziell auch im Bereich der Kirchen  – praktische Maßnahmen einer neuen Energie-, Mobilitäts- und Esskultur selbst zu ergreifen aber auch bei Kommunen, Kirchen, Schulen und Betrieben einzufordern. Es gibt noch so viele Einsparmöglichkeiten und freie Dächer. Deswegen sind wir als ÖEG ja auch 2009 angetreten, um vor allem der kirchlichen Energiewende „Beine zu machen“.

Auch in diesem Sinne, aber nicht nur wünschen wir Ihnen wie uns einen ertragreichen Herbst – uns als ÖEG speziell einen Zuwachs an Anlagen und neben dem notwendigen Regen auch viel Sonne.

Herzlichst Ihre ÖEG’ler im September  2019

Von der Kohle zur Sonne – oder warum ein*e Bürger*in aus dem Kohlenpott Mitglied in einer Energiegenossenschaft wurde.

Ich erinnere mich noch gut: Als ab 2013 die Finanzagentur der Bundesrepublik die Einstellung des Privatkundengeschäftes mit Bundesschatzbriefen, eine bis dahin sichere und bequeme Geldanlage, aus Kostengründen ankündigte, fragte ich mich: Was tun? Ich fragte zwei meiner Bekannten, von denen ich annahm, dass sie im Anlage- und Aktienbereich versiert waren, nach Anlagemöglichkeiten für mein Geld. Sie empfahlen mir Aktien bei EON und RWE zu erwerben, was ich dann auch tat. Nach einem Jahr musste ich feststellen, dass die Aktienkurse von EON und RWE beständig nach unten gingen. Von meinen Bekannten erhielt ich den Rat „Du musst durchhalten, es wird ja eine gute Dividende ausgeschüttet“. Ich erinnere mich, dass mein Einwand damals war, dass das eingesetzte Kapital weiter an Wert abnimmt. Die Bekannten versicherten mir „Du musst das aussitzen, das wird besser“. Aber es wurde nicht besser. Bis heute nicht. Ich habe mich dann entschieden alle Aktien zu verkaufen, denn ich war verärgert und dachte, dann kann ich mein Geld auch ehrlichen Leuten anvertrauen, z. B. einer Genossenschaft.

Ich habe mich dann auf die Suche gemacht und im Internet „Energiegenossenschaft“ eingegeben. So bin ich auf die Ökumenische Energiegenossenschaft in Bad Boll gestoßen. Bad Boll kannte ich aus privaten Kuraufenthalten. Bad Boll liegt in einer wunderschönen Gegend. Die Vorstellung eine Beteiligung an einem Modul auf dem Südflügel der Evangelischen Akademie zu haben, gefiel mir wirklich gut. Gedacht, getan. Das Ergebnis war: So wurde ich Genossin. Und ab und an gibt es auch 2 Prozent Dividende, besser als manche Spareinlage und ich tue etwas für die Umwelt.

Newsletter 26 – im Juli 2019

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

vom Dortmunder Kirchentag, auf dem die ÖEG einen Stand hatte, sind wir – Roland Helber, Sebastian Braun und Jobst Kraus, wieder zurück – neu herausgefordert, aber auch ermutigt. Herausgefordert u.a. durch eindrückliche Beiträge von Johannes Rockström, dem Präsidenten des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung und seinem Vorgänger Hans-Joachim Schellnhuber. Bei beiden wurde nochmal deutlich, dass Politik und Gesellschaft 30 Jahre versäumt haben, entschieden etwas für die Energiewende zu tun und dass die Herausforderung mittlerweile existenziell ist und der Treibhausgas-Ausstoß alle 10 Jahre halbiert werden müsste um einen unkontrollierten Temperaturunterschied, Eisschmelze, Meeresspiegelanstieg mit allen Folgen abzubremsen. Hingewiesen wurde auch, dass Energiewende und der Erhalt der Biosphäre mit ihrer Artenvielfalt zusammengehören. Wenn Raubbau an der Natur getrieben wird, Humus schwindet, (Regen -) Wälder abgeholzt werden „töten wir unsere besten Freunde“ im Kampf gegen den Klimawandel. Die derzeitigen Juni-Temperaturen lassen ahnen, was auf uns zu kommt: Wenn wir keine Anstrengungen unternehmen den Treibhausgas-Ausstoß zu verringern (IPCC Szenario RCP8.6) werden wir Ende diesen Jahrhunderts hier Temperaturen wie auf Sizilien haben, wenn wir aber jetzt beherzt handeln und jedes Jahrzehnt den Treibhausgas-Ausstoß halbieren, können wir den Anstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzen (IPCC Scenario RCP2.6).

Gelingt uns das nicht, nimmt die Anzahl der Tage an denen der menschliche Organismus nicht mehr überlebensfähig ist, in den Tropen und Sub-Tropen teils so stark zu, dass dort kein menschliches Leben mehr möglich ist. Die Lebensweise in diesen Gebieten ist heute schon mit einer Begrenzung des Temperaturanstieges auf 1,5 Grad kaum vereinbar.

Ermutigend war in Dortmund der Auftritt von Fridays4future und die klare Forderung, dass die Gesellschaft mit ihrem Nichts-Tun den Generationenvertrag aufkündigt und endlich vom Reden zum Tun kommen muss. Der Kirchentag hat aber auch deutlich gemacht, dass die Zivilgesellschaft die „erneuerbare Energie“ ist. Dies wurde auch an unserem Infostandstand deutlich.

Des Öfteren wurde die ÖEG angefragt, ob wir auch PV – Anlagen in anderen Landeskirchen realisieren. Wir werden versuchen anzuregen, dass auch in anderen Landeskirchen oder Diözesen entweder ökumenische Energiegenossenschaften gründen oder mit Genossenschaften kooperieren, um möglichst rasch das Solarpotential auf Kirchendächern und die vorhandenen Effizienzpotentiale auszuschöpfen. Entsprechend sind wir als ÖEG auch optimistisch, dass die Kirchen uns als Kooperationspartner dringend brauchen. Entsprechend hoffen wir auf einen PV-Anlagen-aktiven Herbst. Ermutigend ist auch die wachsende Bereitschaft von Menschen ihr Geld von der Kohle zur Sonne zu verschieben. Hier ein Zitat aus einem Bericht eines unserer Genossenschaftsmitglieder: „Nach einem Jahr musste ich feststellen, dass die Aktienkurse von EON und RWE beständig nach unten gingen. Von meinen Bekannten erhielt ich den Rat „Du musst durchhalten, es wird ja eine gute Dividende ausgeschüttet“. Ich erinnere mich, dass mein Einwand damals war, dass das eingesetzte Kapital weiter an Wert abnimmt. Die Bekannten versicherten mir „Du musst das aussitzen, das wird besser“. Aber es wurde nicht besser. Bis heute nicht. Ich habe mich dann entschieden alle Aktien zu verkaufen, denn ich war verärgert und dachte, dann kann ich mein Geld auch ehrlichen Leuten anvertrauen, z. B. einer Genossenschaft.“ (vollständiger Text unter Von der Kohle zur Sonne – oder wie ein Bürger aus dem Kohlenpott Mitglied in einer Energiegenossenschaft wurde).

Und wenn jetzt im Herbst eine CO2 Bepreisung kommt, werden vermutlich auch die Rahmenbedingungen für Erneuerbare besser werden.

Aber: allein der Zubau an Erneuerbaren reicht nicht aus. Es muss kräftig Energie gespart werden. Auf Anregung bei unserer letzten Generalversammlung werden wir Mitgliedern einen Energiecheck anbieten. Erste Erfahrungen und ein ÖEG Angebot gibt es im nächsten Newsletter.

Bis dahin einen erholsamen Sommer 2019

Herzlichst Ihre ÖEG’ler im Juli 2019