Weihnachten 2016 – Newsletter 18

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

dankbar blicken wir zurück, dass wir mit Ihrer Unterstützung die dezentrale erneuerbare Energieerzeugung weiter ausbauen konnten. Überwältigt waren wir, wie viele auf unsere bitte hin, ihre Anteile aufgestockt haben, schneller als unsere Bank uns Kreditkonditionen ausrechnen konnte ( die wir dann gar nicht brauchten. Derzeit ist es eher so, dass wir wieder auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten sind. Deshalb hat der Vorstand beschlossen, seine Mitglieder zu bitten derzeit – wir geben dann wieder „Entwarnung“ – maximal 500 € aufzustocken, damit wir nicht zu viel Geld auf der Bank liegen haben.

Wir haben zwar neue Projekte in Aussicht, wie eine PV – Anlage auf dem Dach der Gesamtkirchengemeinde in Mannheim und im Januar wird eine 8 kWp Anlage auf einem Kindergarten in Eislingen installiert (dem hat der dortige Kirchengemeinderat vor wenigen Tagen zugestimmt, aber die Realisierung – so unsere Erfahrung ist oft mühsamer als gedacht. Für 2017 hoffen wir auf weitere neue Projekte und nehmen da auch gerne Vorschläge entgegen.

Und was uns und vermutlich auch Sie beschäftigt:  Ein global wie national schwieriges Jahr geht zu Ende. Kommentatoren schreiben von „entgleister Globalisierung“. Stephan Lessenich, Soziologe an der Universität in München, schaut in seinem neuen Buch mit dem Titel „Neben uns die Sintflut – die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis“ noch ein wenig genauer hin und beschreibt die Kehrseite oder auch dunkle Seite unseres Wohlstands. An Beispielen globalen Handels, wie Baumwolle, Garnelen, Palmöl, Soja, dem Aluminium der Nespresso-Kapseln, verdeutlicht er, wie hochentwickelte Industriegesellschaften die sozialen und ökologischen Kosten externalisieren, Genuss und Gewinn für sich behalten. „In weiter Ferne, an den vielen Peripherien der kapitalistischen Weltökonomie, werden Arbeiten erbracht, Ressourcen gefördert, Giftstoffe freigesetzt, Abfälle gelagert, Landstriche verwüstet, Sozialräume zerstört, Menschen getötet – für uns, für die Menschen in den Zentren des Wohlstands, für die Ermöglichung und Aufrechterhaltung ihres Lebensstandards, ihrer Lebenschancen, ihres Lebensstils.“ Dies sollte uns auch als ÖEG zu denken geben, denn erneuerbare Energieanlagen enthalten Rohstoffe, deren soziale und ökologische Kosten wie selbstverständlich externalisiert werden. Es gibt zwar fairen Kaffee, aber noch kein faires Aluminium oder faire Autos.  Für Lessenich ist die Konsequenz, sich dies bewusst zu machen und nicht „wegzudenken“, die faire Beschaffung weiter voranzutreiben und letztlich für eine doppelte Umverteilung einzutreten: global wie auch national. 

Advent und Weihnachten sind Zeiten der Unterbrechung, des Innehaltens, sich Selbstverständlichkeiten bewusst zu machen und zu hinterfragen oder gar in Frage zu stellen. Es ist zu wünschen, dass Weihnachten neben der ersehnten Muße, zwischenmenschlicher Nähe auch Mut zur Veränderung bringt – Einzelnen wie auch Gesellschaften. 

Beginnen könnte man bei einer begrenzten Weihnachtsbeleuchtung. Hierzu ein Zitat aus der Zeit: „Das Institut für Energiedienstleistungen in Heidelberg rechnet alle Jahre wieder hoch, wie viel Energie die Deutschen für die festliche Beleuchtung ihrer Häuser und Straßen verbrauchen. Aktuell beträgt diese Schätzung etwa 500 Millionen Kilowattstunden. Erstaunlich ist, dass den Löwenanteil davon nicht die öffentliche Beleuchtung schluckt, sondern private Lichterketten, Weihnachtssterne und Christbaumkerzen (sofern sie elektrisch sind). Ein Tipp: Wer statt traditioneller Glühbirnchen LED-Lichter verwendet, verbraucht 80 Prozent weniger Strom für die Festtagsbeleuchtung. Wie kann man diese riesige Menge an Elektrizität begreifbar machen? Man kann sie ins Verhältnis zu dem setzen, was wir sonst für die Beleuchtung unserer Wohnungen benötigen. In den knapp fünf Wochen zwischen dem ersten Advent und dem Dreikönigstag verbraucht der Durchschnittshaushalt circa 190 Kilowattstunden für die zusätzliche Beleuchtung, das ist etwa die Hälfte des Stromverbrauchs, der sonst im Jahr für Beleuchtung anfällt. Oder man rechnet es auf den Gesamtstromverbrauch um – dann könnte man mit dem Strom für die Weihnachtsbeleuchtung etwa 140.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen“.

Wir bedanken uns bei Ihnen und Euch allen sehr herzlich für das uns entgegengebrachte Vertrauen und wünschen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2017 – mit viel Rückenwind, wärmender Sonne und wohltuendem Regen.

Herzlichst Ihre ÖEG’ler  im Dezember 2016 

 P.S. Save the date: die Genossenschaftsversammlung 2017 findet am 8.7. 2017 statt!

ÖEG-Newsletter September 2016

 

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

zuerst einmal all jenen herzlichen Dank, die unseren Appell, doch ihre Anteile aufzustocken, aktiv aufgegriffen haben. Wir waren sehr positiv überrascht, doch auf so eine große Resonanz zu stoßen, so dass ca. 120.000 € insgesamt eingingen. Dies hat es uns ermöglicht ohne einen Kredit, die Beteiligung an den Windanlagen bei Bondorf im Südschwarzwald zu finanzieren. So haben wir jetzt noch etwas übrig für die für den Herbst geplante Anlage auf dem Martin-Luther – Kindergarten in Eislingen. Da aber die Anlagen in Mannheim (Ursulinen-Gymnasium und Gesamtkirchengemeinde) ebenfalls in den Startlöchern stehen, werben wir weiter um neue Mitglieder und weitere Aufstockungen.

Für die ÖEG war Ernst Ludwig Vatter beim Tag der Schöpfung auf der Landesgartenschau in Öhringen vertreten (siehe Bild):

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Demnächst wird es auch eine neuen ÖEG-Flyer geben, der als Download schon zu haben ist: flyer3spaltig_gelbaug2016; Wer in seinem Bekanntenkreis für die ÖEG werben möchte, dem schicken wir gerne einige Flyer zu. Bitte melden!

Und noch eines: Ein dreiviertel Jahr ist es her, dass zur großen Überraschung der Klimagipfel in Paris mit einem Hoffnungszeichen endete: der Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen sollte unter 2 Grad (am besten unter 1,5 Grad) bleiben. Laut einer Studie (http://www.climate-transparency.org/; ) mit dem Titel „brown to green“ sind zur Zielerreichung nicht nur die Ratifizierung des Abkommens(China und USA haben gerade unterschrieben) sondern eine Versechsfachung der derzeitigen Anstrengungen nötig. Die Erneuerbaren sind eine Erfolgsgeschichte, aber der Anteil der Kohle am Strommix bleibt hoch (Indien 45 %, Deutschland 26 %). Die Investitionen in Erneuerbare müssen sich bis 2035 in etwa verdoppeln. Also es gibt noch viel zu tun – auch für die ÖEG.

Mit herzlichem Gruß und besten Wünschen für den Start nach den Ferien

Herzlichst Ihre ÖEG’ler – auch im Namen von Vorstand und Aufsichtsrat-

 

Jobst Kraus

 

P.S. der Vorstand ist weiterhin auf der Suche nach einem in Finanzfragen kompetenten Vorstands-Mitglied.

 

Den Ausbau der Erneuerbaren voranbringen – Newsletter Juli 2016

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Interessierte

Wenn Sie auf unserer Generalversammlung waren oder im Nachgang den Lagebericht studieren konnten, werden Sie sich erinnern, dass die ÖEG in diesem Jahr Einiges an neuen Projekten realisieren möchte:

  • Eine PV- Anlage auf dem Dach des Kindergartens der Martin – Luther Kirchengemeinde Eislingen (10 kWp);
  • Zwei 10 kWp – Anlagen auf Dächern des Ursulinen-Gymnasiums Mannheim;
  • Hinzugekommen ist mittlerweile die Anfrage der Gesamtkirchengemeinde Mannheim auf dem Dach ihres innerstädtischen Verwaltungsgebäudes eine 35 kWp zu installieren, dessen Sonnenstrom zu fast 100 % intern verbraucht würde;
  • und dann haben Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, sich an dem Windpark Länge bei Bondorf im Schwarzwald neben Stadtwerken (Konstanz, Engen, Tuttlingen sowie Netzkauf Schönau und anderen Energiegenossenschaften) zu beteiligen. Es wird für die ÖEG in Zukunft nicht so viele Möglichkeiten geben, in Windenergie zu investieren. So  werden wir nach sorgfältiger Prüfung in den nächsten Tagen einen Anteil von 200.000 € zeichnen.
    Wir wollen mit diesen Investitionen in Höhe von ca. 300.000 € nicht nur zu dem notwendigen weiteren Ausbau der Erneuerbaren beitragen, sondern unsere derzeitigen Bankguthaben auch renditebringend anlegen. Ein wichtiger Grund für uns ist auch, nicht zu viel Geld auf der Bank zu deponieren, sondern dieses in reale Projekte zu investieren. Angesichts all dieser Vorhaben – und vielleicht kommen kurzfristig noch weitere kleinere Projekte dazu (Urspring, Lutherstadt Wittenberg) – bitten wir Sie neue Mitglieder zu werben und gegebenenfalls zu überlegen, ob Sie nicht Ihren Anteil aufstocken. Durch unseren Beschluss auf der letzten GV ist es möglich bis zu 200 Anteile a 100 € zu besitzen. Diese „Kapitalspritze“ würde uns die kommenden Aktivitäten als ÖEG erleichtern und gleichzeitig bei unserer Strategie einer hohen Eigenkapitalquote zu bleiben.
    Noch ein Tipp: Energiesparmaßnahmen (Sprit sparende Fahrweise und erhöhter Reifendruck machen mindestens minus 10 %, Standbyvermeidung, Lampen- oder Heizungspumpenwechsel (minus 60 %) u.a sparen nicht nur CO2 sondern auch Geld – und das könnte dann bei der ÖEG angelegt werden!
    Gerne schicken wir Ihnen Flyer zum Werben in Ihrem Freundeskreis zu. Das Formular zur „Aufstockung“ finden Sie auf unserer Internetseite, angehängt an den Rückblick auf die letzte GV vom 4.Juni.
    Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

Mit herzlichem Gruß und besten Wünschen für den Sommer
Herzlichst Ihre ÖEG’ler – im Namen des Vorstands, der sich mittlerweile um Niko Reid wieder erweitert hat –
Jobst Kraus

Ein Rückblick auf die 7. Generalversammlung der ÖEG

Liebe ÖEG – Mitglieder, liebe Freund*innen und Interessierte an der ÖEG

unsere diesjährige ÖEG – Generalversammlung ist Geschichte. Sie fand unter der Teilnahme von etwa 30 Personen – Mitgliedern wie Gästen – am 4. Juni in Bad Boll statt. Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die sich auf den Weg nach Bad Boll gemacht haben, was ja nicht selbstverständlich ist und was wir zu schätzen wissen. Wir sind nun mal keine lokale Genossenschaft. Anhängend der Link zu unserem gemeinsamen Lagebericht sowie das Protokoll der Versammlung und ein Bericht über den Sternberg, das Behindertenzentrum der Herrnhuter-Missionshilfe, die die ÖEG in Sachen Installation einer PV – Anlage beraten hat. Auch wenn das Projekt sehr sinnvoll – auch ökonomisch wäre, werden wir als ÖEG dieses Projekt aus unterschiedlichen – steuerliche, finanziellen und entwicklungspolitischen Aspekten (es sollte in deren und nicht in unserer Verantwortung liegen) nicht realisieren. Wir haben mit großem Bedauern und großem Dank Paul Hell und Gunter Kaden aus dem Vorstand verabschiedet und sind jetzt auf der Suche nach einem neuen Finanzvorstand. Wer sich dafür interessiert – oder jemanden kennt, bitte melden.

Nachstehend die Beitrittserklärung sowie das Formular für weitere Anteile. Vielleicht möchte ja jemand aufstocken, nachdem die Generalversammlung es ermöglicht hat bis zu 200 Anteile zu erwerben. Siehe dazu Protokoll der GV: ProtokollÖEGGV2016-06-04 neu jk;

Ansonsten wünschen wir allen – und der ÖEG – einen „ertragreichen“ und erholsamen Sommer.

Mit herzlichem Gruß im Namen des Vorstands und Aufsichtsrates

Jobst Kraus

160602_Lageberichte JK und PH ÖEGGV2016

Beitrittserklärung ÖEG 160608

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Herzliche Einladung zur Genossenschaftsversammlung 2016

Herzliche Einladung zur Generalversammlung  am 4. Juni 2016 um 14:00 Uhr m Versammlungsraum der Herrnhuter Missionshilfe in Bad Boll

Badwasen 6, gegenüber der Einfahrt zur Akademie 

Was Energiegenossenschaften bewegen könn(t)en

 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

wie Sie wissen, ist es uns immer ein großes Anliegen, neben den notwendigen „Formalia“ Ihnen wie uns in Vorstand und Aufsichtsrat auch den einen oder anderen inhaltlichen Anstoß zu vermitteln. Dies möchten wir diesmal mit zwei Beiträgen realisieren:

  • WeilerWärme – eine mit Wärme, Strom und Mobilität innovative eG Siegfried Neub, Pfalzgrafenweiler
  • „Sonne auf dem Sternberg“ – nachhaltige Perspektiven für Palästina
    Jakob Kraus, Politikwissenschaftler, Tübingen

Auch in einem für Genossenschaften nicht einfachen politischen Umfeld geht der Blick an den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württembergs nach vorne: ein gutes enkeltaugliches Leben für alle Menschen in den planetarischen Grenzen.

15:15 Kaffeepause

Bitte anmelden. Wer mit dem Zug anreisen möchte (ab Stuttgart 12:31 an GP 13:06, ab Ulm 12:54 an GP 13:28) kann abgeholt und wieder zum BHF GP gebracht werden. Bitte auf dem Rückmeldebogen vermerken, ebenso wer einen Kuchen zu unserem gemeinsamen Kaffee beisteuern könnte. 

Tagesordnung der Generalversammlung am 04.06.2016 ab 15:30 Uhr:

  

  1. Eröffnung und Begrüßung 2. Bericht über das Geschäftsjahr 2015 und Vorlage des Jahresabschusses 3. Bericht des Aufsichtsrates 4. Aussprache 5. Feststellung des Jahresabschlusses 2015 6. Entlastung
  2. a) der Mitglieder des Vorstands,
  3. b) der Mitglieder des Aufsichtsrats
  4. Beschlussfassung über die Gewinnverwendung und Auszahlungsdatum
  5. 9. Wahlen zum Aufsichtsrat
  6. 10. Zukünftige Maximalbeteiligung Weitere Anträge, Anregungen der Mitglieder 11. Verschiedenes 12. Abschluss

Anträge bitten wir bis 27.Mai 2016 an die Geschäftsstelle zu stellen.

Die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung können ab 23. Mai in der Geschäftsstelle in Bad Boll eingesehen oder auf Wunsch zugeschickt werden.

Jobst Kraus                                                               Ernst-Ludwig Vatter

Vorstandsvorsitzender                                               Aufsichtsratsvorsitzender

Rückmeldebogen ÖEG GV 2016

Vollmacht_GV 2016

Newsletter April 2016

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,

seit Dezember gab es Funkstille, zwar nicht in Vorstand und Aufsichtsrat der ÖEG, aber gegenüber Ihnen und Euch, unseren Mitgliedern.  Im Newsletter vom Dezember 2015 haben wir auf mögliche Vorhaben für 2016 verwiesen. Zwei dieser Projekte gehen nun in diesem Monat in Betrieb, bzw. in unseren Besitz. Zum einen ist es eine 15,9 kWp Anlage auf dem Dach des Pferdestalles der Stiftung Urspringschule, die in der zweiten Hälfte April ans Netz gehen und den erzeugten Solarstrom zu 100 % in das interne Stromnetz dieses Evangelischen Landerziehungsheimes einspeisen wird. Das ehemalige Kloster Urspring ist ein Ort gemeinsamen Lebens und Lernens für ca. 200 Schülerinnen und Schüler in der eher idyllischen Atmosphäre am Fuße der Alb und am Austritt der Aach. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler wohnen im Internat lernen dort alles, was man für ein Abitur in Baden-Württemberg braucht. In Bälde haben Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrkräfte und Eltern auch Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Anfassen. Ernst Ludwig Vatter und Jobst Kraus haben im Rahmen der Projektwoche unsere Genossenschaft und das Projekt vorgestellt und die Perspektive übermittelt, dass eine Schule, die Kinder und Jugendliche auf eine ressourcenleichte,  naturverträgliche und solidarische Welt vorbereiten will, selbst auch postfossil werden sollte. Sehr angetan waren wir von der Aufgeschlossenheit und Kooperationsbereitschaft der Schule und der dortigen Schulleitung. Vielleicht können wir noch mehr miteinander machen.

Am 13. April werden wir zusammen mit anderen Energiegenossenschaften uns an einem schon bestehenden Solarpark der Stadtwerke Tübingen auf einer Bundeswehrkonversionsfläche in der Nähe von Engstingen beteiligen. Die Konzipierung und Errichtung der Anlage ging auf eine lokale Initiative zurück nach dem Motto der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ auf einer stillgelegten Schießbahn Kampfmittelreste zu beseitigen und  eine PV-Anlage zu errichten.

schießanlage

Anlage Luftbild

 

 

 

 

Copyright Dr. Knut Hochleitner und Thomas Baltzer

Weitere Fotos siehe:  http://solarpark-engstingen-haid.jimdo.com/

Die gesamte  – schon seit 6 Jahren bestehende  – PV Freifläche erzeugt ca. 3 Millionen kWh Strom, woran die ÖEG mit 2 % beteiligt ist und ein Paket von 250 Anteilen im Wert von 156.000 € übernehmen wird. Vor 2 Jahren hatten wir dies schon mal vor, wo uns aber die Bundesfinanzaufsicht damals Hürden in den Weg gelegt hat, die mittlerweile politisch und durch den Genossenschaftsverband ausgeräumt wurden. Am 13.4. wird bei den Stadtwerken Tübingen, die mit diesem Teilverkauf ( 15 %) ihre Kooperationsbereitschaft mit Genossenschaften praktisch werden lassen, der Notariatsvertrag unterzeichnet.

Das Kooperationsprojekt mit einem kirchlichen Krankenhaus konnten wir leider nicht realisieren. Obwohl wir an die untere Grenze unserer Renditeerwartung gegangen sind, war unser Solarstrom teurer als der vom Krankenhaus über einen Pool eingekaufte Strom.

Auch das Projekt mit der Herrnhuter Missionshilfe auf dem Sternberg stellt sich derzeit – da Auslandsinvestition in Palästina – als sehr schwierig dar. Trotzdem war eines unserer Mitglieder, Jakob Kraus mittlerweile ehrenamtlich zweimal auf dem Sternberg zur Planung der Anlage und um die dortige Leitung in Sachen Stromsparen zu motivieren.

karin Zomer 2

Es freut uns auch sehr, dass seit Anfang des Jahres auf Stundenbasis Karin Zomer im ÖEG Büro tatkräftig und engagiert unterstützt. Sie arbeitet Teilzeit in der Akademie und freut sich etwas aufzustocken. In der Regel ist sie am Dienstagnachmittag im ÖEG Büro (07164-79-216) erreichbar. So kommen wir einem unserer Fernziele auch für Beschäftigung zu sorgen, etwas näher.

Für all unsere Projekte – und noch weitere stehen 2016 auf unserer Tagesordnung – brauchen wir die Unterstützung aller Mitglieder, sowohl neue Mitglieder zu werben als auch selbst Gespartes (oder auch die gewonnene Dividende) weiter in die Energiewende zu investieren.

Und noch ein wichtiger Terminhinweis: am 4. Juni von 14 – 17 Uhr ist unsere nächste Generalversammlung, diesmal wieder in Bad Boll und zwar bei der Herrnhuter Missionshilfe (gegenüber zur Einfahrt zur Akademie. Wir überlegen uns derzeit ein interessantes Programm. Es sind zugleich auch die Nachhaltigkeitstage in Baden-Württemberg. Einladung folgt.

Mit herzlichen Frühjahrs-Grüßen und dem Wunsch, dass die Sonne kräftig scheint.

Herzlichst Ihre ÖEG’ler

Newsletter Weihnachten 2015

Liebe Mitglieder, liebe Genossinnen und Genossen,
zu unser aller Freude endete der Weltklimagipfel von Paris mit einem unerwarteten, aber sehnlichst erhofften Erfolg. Die 195 Teilnehmer-Staaten waren sich einig, dass die globale Durchschnittstemperatur möglichst nur um 1,5 Grad steigen soll (derzeit liegen wir schon bei 1 Grad). Paris hat die Atmosphäre verändert, zuerst im Kommunikativen – und vielleicht bald auch real die Erdatmosphäre. Es sind zwar nur freiwillige Selbstverpflichtungen, aber deren Umsetzung muss offengelegt werden. Und die jeweiligen Ziele müssen noch viel ambitionierter und vor allem rasch umgesetzt werden. Klimaschutz – das wird an den vielen Reaktionen auf Paris deutlich, ist kein Verliererthema mehr, was darauf hoffen lässt, dass die Energiewende im Strom, Wärme und Verkehrsbereich eine Erfolgsstory wird. Als ÖEG hoffen wir, diesen Rückenwind, dieses positive Klima nutzen zu können, um weitere Anlagen zu bauen und Impulse zu mehr Effizienz und zu einer neuen Sparkultur an unsere Mitglieder und an Kirchengemeinden weiterzugeben.
Es deutet sich an, dass wir 2016 als ÖEG einiges umsetzen können:
• Eine Beteiligung an einer großen Freiflächenanlage
• 2-3 Dächer in einer Kirchengemeinde im Kirchenbezirk Göppingen
• Die Anlage auf dem Sternberg in Palästina
• Weitere Anlagen auf Kindergärten in Mannheim
• Eine PV-Anlage und ein Kleinwasserkraftwerk bei einem Schulinternat
• Eine Anlage auf einem kirchlichen Krankenhaus

Dazu brauchen wir die Unterstützung aller Mitglieder, sowohl neue Mitglieder zu werben als auch selbst Gespartes (oder auch die gewonnene Dividende) weiter in die Energiewende zu investieren.

So hoffen wir in Vorstand und Aufsichtsrat, dass aus der Hoffnung von Paris und der Notwendigkeit des Wandels in eine postfossile Welt reale Entscheidungen sich auch für uns ergeben.

Wir bedanken uns bei Ihnen und Euch allen sehr herzlich für das uns entgegengebrachte Vertrauen und wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2016 – mit viel Rückenwind, wärmender Sonne aber auch wohltuendem Regen.

Herzlichst Ihre ÖEG’ler im Dezember 2015
Jobst Kraus

P.S. Die Dividenden- und ggfs. Steuerbescheinigungen – sind verschickt. Wir bitten, diese zu überprüfen und uns etwaige Unstimmigkeiten mitzuteilen.

KLIMAGIPFEL IN PARIS KANN WENDEPUNKT FÜR ZUKUNFT VON KOHLE, ÖL UND GAS WERDEN

Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,

der am Montag beginnende Klimagipfel in Paris kann nach Einschätzungen von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen einen Wendepunkt in der internationalen Klimapolitik markieren. Der Gipfel in Paris könnte ein starkes Signal für den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis Mitte des Jahrhunderts senden. Dies ist dringend notwendig, denn es steht nichts weniger auf dem Spiel als die Einhaltung der 2 Grad Grenze (globaler Temperaturanstieg). 2015 wird – trotz leichten Schneefalls Ende November – vermutlich als das wärmste Jahr seit den Temperaturmessungen eingehen. In diesem Jahr verursacht El Niño, die Aufwärmung des Meeres vor der lateinamerikanischen Küste, zusätzlich verstärkt durch den Klimawandel, starke Wetterextreme wie Überschwemmungen in Ecuador oder eine schlimme Dürre in Südafrika(Kalifornien nicht zu vergessen). So sollte alles Mögliche getan werden, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. Dabei sind nicht nur ein Öl- und Kohleausstiegspfad und ambitionierte Reduktionsziele zu vereinbaren, sondern auch ein Solidaritätspaket für die Verletzlichsten, die schon jetzt die Folgen des Klimawandels spüren, zu verabschieden. Dies wird nicht einfach sein, denn Öl und Kohle in der Erde zu lassen, ist mit dem Verlust an Geld und Macht verbunden. Aber vielleicht erinnert die Flüchtlingskatastrophe an falsche Weichenstellungen in der Vergangenheit und die Notwendigkeit zu mehr gerechtem Ausgleich in und zwischen den Ländern. Die gerade verabschiedeten „Sustainable Development Goals “ (http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/ziele/ziele/2030_agenda/17_ziele/index.html;), die auch eine Fülle von Hausaufgaben für die Industrieländer – vielleicht sind sie/wir die eigentlichen Entwicklungsländer? – enthalten, die bis 2030 umgesetzt werden sollten – also in 15 Jahren. Über das was in Paris passiert, können sie sich informieren über: http://www.klimaretter.info/;
Was gibt’s Neues aus der ÖEG: Mittlerweile zählen wir über 280 Mitglieder. Mit Projekten geht es zögerlich voran, aber der Vorstand arbeitet daran. Eine Idee, ein Dach ist schnell da, aber dann wird es mühsam: Können wir – besonders bei Eigenstromnutzung – mit einer bescheidenen Rendite mit den Preisen mithalten, die der Immobilieninhaber für seinen rabattierten Strom-Gemeinschaftseinkauf bezahlt? Muss das Dach nicht erst saniert werden oder wie lässt sich das Risiko für eine PV – Anlage in Palästina(Sternberg) minimieren?
Mittlerweile sind die meisten Dividenden an unsere Genossinnen und Genossen ausgeschüttet. Vielleicht kann das Geld ja wieder sozialen und ökologischen Projekten zufließen. Angesichts der SEPA Umstellung, der Softwareanpassung etc. hat es leider etwas gedauert. Und: wir sind derzeit dabei auf Stundenbasis für unsere Büroarbeit jemanden einzustellen. Es war ja auch von Anfang an unser Anliegen für Beschäftigung zu sorgen. So fangen wir mal klein an. Zum Schluss: Ansonsten freut sich die ÖEG über jede Anregung und Rückmeldung, über neue Mitglieder und Anteile, über Unterstützung in der Vorstands- und Aufsichtsratsarbeit. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft, Aufstockung oder bei Rückfragen, bitte ein Email an: info@oekumenische-energiegenossenschaft.de;
Eine schöne und – bei allem Engagement  – auch etwas erholsame Adventszeit, einem Symbol für den auch entgegenkommenden Wandel .

Herzlichst Ihre ÖEG’ler im November 2015

Neues aus der ÖEG

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde und Interessierte an der ÖEG,

zur Information für alle, die an der letzten Generalversammlung am 20. Juni 2015 nicht teilnehmen konnten:

  • für den aus dem Aufsichtrat aus beruflichen Gründen ausgeschiedenen Lothar Elsner wurde Gordon Detka einstimmig in den Aufsichtsrat berufen. Gordon Detka vertritt das juristische Mitglied Evangelisch – Methodistische Kirche.
  • Die ÖEG konnte die Umsatzerlöse um 30 % steigern und zwar von € 49.710,32 auf € 64.707,37. Diese Steigerung hätte noch höher ausfallen können, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anders gewesen wären und die Anlage auf dem Hospitalhof früher hätte realisiert werden können. Insgesamt weist die betriebliche Tätigkeit eine erfreuliche Tendenz auf.
  • Für das Jahr 2014 wird eine Dividende von 2 % ausgeschüttet, die zusammen mit der Dividende von ebenfalls 2 % für das Jahr 2013 ausbezahlt wird. Die danach verbleibenden Mittel werden als Gewinnvortrag auf neue Rechnung übernommen.
  • Mittlerweile zählt die Genossenschaft 281 Mitglieder. Insgesamt hat die ÖEG bisher ca. 600.000 € (Frühjahr 2015) an Kapital eingesammelt, wobei zu erwähnen ist, dass die ÖEG mangels konkreter Projekte bewusst nicht offensiv um neue Mitglieder geworben hat. Wenn nachstehende Projekte sich realisieren lassen, wird die Mitgliederwerbung wieder aktiviert.
  • Die Herrnhuter Brüdergemeine, selbst bei uns Mitglied ist an uns herangetreten, um bei Ramallah/Palästina auf dem Sternberg(Behinderteneinrichtung mit Internatsschule) ein PV – Projekt zu realisieren. Da der Brüdergemeine der Sternberg gehört, könnten wir ohne selbst im Ausland zu investieren, tätig werden. Im Herbst wird unser Mitglied Jakob Kraus vor Ort Energieeinsparpotentiale und für PV geeignete Dachflächen eruieren.
  • Unsere ehrenamtliche Unterstützung der Orthodoxen Akademie Kreta hat mittlerweile nicht nur zur Errichtung einer PV- Anlage auf dem Akademiegebäude geführt, sondern auch zur demnächst stattfindenden Gründung der jetzt dritten(!!!) Energiege-nossenschaft in Griechenland. Der Strom in Kreta wird zu etwa 80 % aus der Verbrennung von Dieselöl gewonnen – bei unendlich Sonne und Wind. Ganz Griechenland gibt etwa 40 Mrd. €/a für fossile Energien aus. Bei einer stärkeren dezentralen Energieerzeugung könnten private und öffentliche Haushalte entlastet und Arbeitsplätze geschaffen werden.
  • Im Herbst hoffen wir einige neue Projekte – nicht nur in Palästina – umsetzen zu können.

Im Namen von Vorstand und Aussichtsrat allen einen schönen, erholsamen Sommer.

Jobst Kraus

Den Klimawandel begrenzen: mit höheren Energiepreisen als Innovationstreibern zu mehr Zukunftsfähigkeit – Generalversammlung der Ökumenischen Energiegenossenschaft in Bad Boll mit beeindruckendem Vortrag

Anlässlich der 6. Genossenschaftsversammlung der Ökumenischen Energiegenossenschaft Baden-Württemberg am 20. Juni 2015 in der Evangelischen Akademie Bad Boll referierte Dr. Joachim Nitsch, ehemals Deutsche Luft und Raumfahrt, Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung, über das Thema „Paris, 2030 und 2050 im Blick…eine ambitionierte Klima- und Energiewende in Baden-Württemberg und der Beitrag von Genossenschaften“.
Für Nitsch steht Baden-Württemberg in den kommenden Jahren vor einer grundlegenden Umgestaltung seiner Energieinfrastruktur. Neue Stromnetze, Solar- und Windkraftanlagen lassen die Energiewende für alle sichtbar werden. Wohingegen die heutige Form der Energieerzeugung – bedingt durch den hohen Importanteil von Öl, Gas, Uran und Kohle – mit ihren sozialen und ökologischen Folgen nicht sichtbar ist. Bestenfalls der Braunkohletagebau in Deutschland lässt ahnen, welche Folgen die Exportländer zu tragen haben. Deshalb – so Nitsch: „Je mehr private Haushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand Energie sparen, desto weniger neue „störende“ Anlagen werden gebraucht“. Um die Klimaziele der Landesregierung zu erreichen müssen aber auch in Zukunft neue Solar- und Windkraftanlagen gebaut werden. Diese sollen „So viel wie möglich lokal und regional errichtet – und dann intelligent zentral vernetzt werden“. Großes Potential sieht Nitsch auch im Aufbau von Nahwärmenetzten, in welchen die Abwärme von Industrieanlagen und Blockheizkraftwerken effektiv genutzt werden kann
Ein Problem für die Energiewende ist, dass derzeit der Energiemarkt noch gegen den Klimaschutz arbeite. Nur die Einbeziehung externer Kosten in den Strompreis z.B. durch eine CO2 Steuer, fördere den sparsamen Umgang mit Energie und die Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren: „Angemessen hohe Energiepreise sind für moderne Volkswirtschaften nützlich! Sie sind ein „Innovationstreiber“, stimulieren dadurch die Modernisierung der Energieversorgung und machen sie damit leistungsfähig und zukunftsfähig“, so Nitsch. Der Zubau zahlreicher Anlagen „vor Ort“ und ihre Vernetzung erfordert gleichzeitig die frühzeitige und intensive Einbindung der Bürger. Hier liege auch die Chance der Genossenschaften, denen Nitsch eine wichtige Rolle bei der Daseinsvorsorge, einem mehr an Transparenz und den Vorteil einer bescheidenen Rendite zuschreibt.
So gesehen war der Vortrag von Dr. Joachim Nitsch auch ein willkommener Arbeitsauftrag an die ÖEG selbst, die in ihrer anschließenden Generalversammlung diesen „Ball“ gleich aufnahm und Vorstand und Aufsichtsrat ermutigte, über ihre bisher 10 PV – Anlagen auf diakonischen Einrichtungen, Kindergärten, Pfarrhäusern oder Kirchen hinaus, den Kirchen weiter „energetisch“ aufs Dach zu steigen und ihnen zur Zukunft einer Plusenergie-Kirche zu verhelfen.